ANALYSE: Kepler sieht bei Niki nun Chancen für Lufthansa-Rivalen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das in der Presse spekulierte Veto der EU-Kommission gegen die geplante Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki durch die Lufthansa könnte Konkurrenten die Tür öffnen. Analystin Ruxandra Haradau-Doser von der Investmentbank Kepler Cheuvreux geht in einer am Donnerstag vorliegenden Studie davon aus, dass die aus der Fusion zwischen British Airways und Iberia entstandene International Consolidated Airlines Group (IAG) dann ihre Chance wittern wird. IAG-Chef Willie Walsh habe einmal erwähnt, dass er an Niki interessiert gewesen sei.

Auch andere Wettbewerber wie Condor könnten auf den Plan gerufen werden, schrieb die Analystin. Sollte Niki nicht übernommen werden, könnten ihre Landerechte zurück in einen Pool wandern, und letztlich bei Billigfliegern landen - ein hohes Risiko für die klassischen Fluggesellschaften, so die Expertin.

In ihrer Studie von Mitte Oktober hatte sie durch die Integration von Air Berlin in Eurowings im besten, eher unwahrscheinlichen Fall einen zusätzlichen operativen Gewinn (adjusted Ebit) von bis zu 85 Millionen Euro jährlich für die Lufthansa errechnet. Ohne Niki schmelze der theoretische Gewinnbeitrag auf höchstens 45 Millionen Euro zusammen, rechnete Haradau-Doser vor. Ohnehin werde das optimistischste Szenario immer unwahrscheinlicher.