ANALYSE: Kepler sieht Drägerwerk-Aktien bis auf weiteres als 'Wertfalle'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Investitionen in alte Aktivitäten bei Drägerwerk hat Oliver Reinberg von der Investmentbank Kepler Cheuvreux am Dienstag bemängelt. Damit habe der Hersteller von Sicherheits- und Medizintechnik den Markt erneut enttäuscht. Der Analyst senkte die Titel von "Buy" auf "Reduce" und kürzte das Kursziel um mehr als ein Drittel auf 70 Euro. Die Aktie war am Vortag nach Quartalszahlen um 12 Prozent eingebrochen und weitete die Verluste am Dienstag um 4,3 Prozent auf 74,88 Euro aus.

Drägerwerk wolle die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, den Vertrieb in den USA und in Informationstechnologie stärken. "Keines dieser Themen aber ist neu", merkte der Experte an. Hinzu komme, dass ein Großteil dieser Investitionen seinem Verständnis nach nicht einmalig, sondern wiederkehrender Natur seien. Diese überraschenden Ausgaben seien ein weiterer schwerer Schlag für die Zuversicht der Investoren. Drägerwerk habe damit eine zwei Jahre dauernden Übergangsphase angestoßen, ohne gleichzeitig einen positiven Impuls zu setzen.

"Wir fürchten auch, dass wir schon einmal an diesem Punkt waren", schrieb Reinberg. Vor einigen Jahren habe das Unternehmen in Erwartung stärkeren Wachstums schon einmal die Investitionen angekurbelt. Die Annahmen hätten sich jedoch nicht bewahrheitet, die Margen seien kollabiert. Richtig wäre hingegen die Sicherung der Profitabilität gewesen, um so das Geschäft langfristig aufrecht zu erhalten.

Als Konsequenz reduzierte der Experte die Prognose für die Marge für 2018 auf 5 Prozent und für 2019 auf 5,5 Prozent. Für den Gewinn je Aktie in den beiden Jahren bedeute dies eine Kürzung um jeweils mehr als ein Viertel. Mit Blick auf die Übergangsphase seien die Aktien in den kommenden eineinhalb Jahre eine "Wertfalle".

Gemäß der Einstufung "Reduce" rechnet Kepler Cheuvreux auf Sicht der nächsten zwölf Monate mit einem absoluten Abwärtsrisiko der Aktie./bek/mis/he

Analysierendes Institut Kepler Cheuvreux.