ANALYSE/Kepler: Bei Fluglinien stellt sich die Kostenfrage - Lufthansa abgestuft

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Experten des Analysehauses Kepler Cheuvreux sorgen sich bei der Lufthansa um die Kostensenkungsziele. Nach drei Jahren mit einem starken Profitabilitätsanstieg forderten die Mitarbeiter von Fluglinien ebenso wie die Zulieferer eine Beteiligung an den Erfolgen ein. Analystin Ruxandra Haradau-Döser sieht es deshalb zunehmend als Herausforderung für die Branche an, die Kosten im Zaum zu halten. Dies sei im zweiten Halbjahr schon erkennbar gewesen.

Im Falle der Lufthansa bezog sie sich auf die am Vortag erzielte Einigung auf einen neuen Tarifvertrag mit dem Bodenpersonal. Der Gehaltssteigerung um zunächst 3 Prozent seien in den vergangenen Jahren Erhöhungen für die Piloten und das Kabinenpersonal vorausgegangen. Andeutungen der Lufthansa, dass sich die Fluggesellschaft mit ihrem Ziel wohl fühle, die Kosten ohne Währungs- und Treibstoffeffekte in diesem Jahr um 1 bis 2 Prozent und danach um 1 weiteren Prozent senken zu wollen, stimmten die Expertin nicht optimistischer.

Die Analystin nahm dies zum Anlass, die Aktien der Lufthansa am Donnerstag von "Hold" auf "Reduce" abzustufen, womit sie den Aktionären eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Gemäß der neuen Einstufung rechnet Kepler Cheuvreux auf Sicht der nächsten zwölf Monate mit einem absoluten Abwärtsrisiko der Aktie.

Das Kursziel beließ Haradau-Döser zwar zunächst auf 25 Euro. Sie stellte aber eine Senkung ihrer Prognosen in Aussicht. Zeitnah werde sie den Bewertungshorizont auch auf das Jahr 2018 nach vorn verschieben. Für das neue Jahr liegen ihre Schätzungen für den bereinigten Gewinn je Aktie derzeit bereits etwas unter denen für das vergangene Jahr./tih/bek/fba

Analysierendes Institut: Kepler Cheuvreux