ANALYSE/Kepler: Chance-Risiko-Profil bei Gerry Weber unattraktiv - 'Reduce'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux ist mit Blick auf die Geschäftsaussichten von Gerry Weber pessimistisch. Die lustlose Entwicklung des deutschen Mode-Einzelhandels im November und mehr noch im Dezember lasse nichts Gutes für 2018 erwarten, schrieb Analyst Jürgen Kolb in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Damit sinke auch das positive Überraschungspotenzial bei dem Damenmode-Spezialisten.

Der Experte attestierte der Aktie ein insgesamt unattraktives Chance-Risiko-Verhältnis und rät deshalb, sich von Positionen zu trennen. Das Kursziel senkte er von 12,00 auf 8,90 Euro und liegt damit noch knapp 1 Prozent über dem aktuellen Bewertungsniveau.

Das Programm "Fit4Growth", mit dem Gerry Weber die Unternehmensstrukturen anpassen und seine Marken modernisieren wolle, sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, räumte Kolb ein. Er fürchtet aber, dass die dafür notwendigen, weiteren Investitionen in Logistik, Marketing und die IT-Infrastruktur einer nachhaltigen Margenverbesserung im Weg stehen.

Mangels Rückenwinds auf dem heimischen Markt, wo Gerry Weber rund 60 Prozent seiner Umsätze erziele, müsste das Unternehmen zudem Marktanteile zurückgewinnen, um die Erlöse zu steigern, gab Kolb zu bedenken. Er bezweifle aber trotz des etablierten Markennamens, dass die Westfalen im sehr wettbewerbsintensiven Umfeld dazu in der Lage seien.

Gemäß der Einstufung "Reduce" rechnet Kepler Cheuvreux auf Sicht der nächsten zwölf Monate mit einem absoluten Abwärtsrisiko der Aktie./gl/ag/jha/

Analysierendes Institut Kepler Cheuvreux.