ANALYSE: HSBC sieht bei Eon Raum für Dividendenerhöhung und hebt Aktie auf 'Buy'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Investmentbank HSBC geht beim Energiekonzern Eon von einer großzügigeren Dividendenpolitik ab dem kommenden Jahr aus. Hintergrund ist die Rückerstattung der Atomsteuer, die dem Unternehmen einen unerwarteten finanziellen Spielraum verschaffe.

Die jüngste Schwäche der Eon-Aktie sieht HSBC-Analyst Adam Dickens laut einer Studie am Montag als gute Einstiegschance und hob seine Einschätzung um gleich zwei Stufen von "Reduce" auf "Buy". Das Kursziel nahm er von 7,90 auf 9,60 Euro herauf, womit der Spielram für den Aktienkurs aktuell noch rund 14 Prozent beträgt.

Eon soll rund 2,8 Milliarden Euro ungerechtfertigt gezahlte Atomsteuer zurückerhalten, wobei Investitionsmöglichkeiten nach Ansicht des Experten zugleich eher rar gesät seien. Er sieht etwa nur wenig Raum für Investitionen im wenig kapitalintensiven Geschäft mit Kundendienstleistungen sowie im europäischen Offshore-Markt, in dem Eon von der Konkurrenz zurückgedrängt worden sei.

In Ermangelung interessanter Investitionsmöglichkeiten erwartet Dickens daher, dass Eon seine Dividende deutlich erhöhen wird. Für 2017 hat Eon eine Dividende von 0,30 Euro avisiert, was einer Ausschüttungsquote von 47 Prozent entspricht. In den Jahren darauf will das Unternehmen die Quote auf 50 bis 60 Prozent erhöhen.

Wie der HSBC-Analyst schrieb, hat er seine Schätzung für 2018 jedoch nun auf 0,50 Euro je Aktie angehoben und hält künftige Ausschüttungsquoten von 70 bis 80 Prozent für durchaus "akzeptabel".

Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Juni die Brennelementesteuer für verfassungswidrig und rückwirkend für nichtig erklärt. Insgesamt muss der Bund gut 6 Milliarden Euro plus Zinsen an die Atomkonzerne zurückzahlen. Eon und EnBW hatten danach erklärt, das Geld weitgehend zum Schuldenabbau und zur Bilanzpflege verwenden zu wollen. Lediglich RWE schüttet einen Teil als Sonderdividende an die Aktionäre aus. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte in einem Interview gesagt, das Geld nicht für Dividenden "und schon gar nicht für Abenteuer" nutzen zu wollen.

HSBC stuft Aktien mit "Buy" ein, deren Kursziel mehr als 20 Prozent über dem aktuellen Kurs liegt. Liegt das Ziel zwischen 5 und 20 Prozent über dem aktuellen Kurs, kann die Einstufung auch "Hold" lauten./nas/ck/das

Analysierendes Institut HSBC Trinkaus & Burkhardt.