ANALYSE: Helaba sieht Europas Aktien als Profiteure verunsicherter US-Anleger

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vom geldpolitischen Kurs der US-Notenbank verunsicherte Investoren und der schwache US-Dollar haben zuletzt die europäischen Aktienmärkte gestützt. Anleger hätten in den vergangenen Wochen 30 Milliarden Euro aus den US-Aktienmärkten abgezogen und nach Europa und Japan umgeschichtet, schrieb die Analystin Claudia Windt von der Helaba in einem Marktkommentar.

Auslöser dieser Unsicherheit sei zum einen der überraschende Rücktritt des Fed-Vizepräsidenten Stanley Fischer gewesen, der an den Finanzmärkten für Ratlosigkeit gesorgt habe. Fishers Rückzug werde als "stiller Protest" gegen die Deregulierungspläne des US-Präsidenten Donald Trump gewertet. Schon jetzt seien im geldpolitischen Gremium der Fed nur noch vier von sieben Stellen besetzt.

Im Februar kommenden Jahres ende zudem die Amtszeit der Fed-Chefin Janet Yellen. "Die künftige Geldpolitik wird damit immer weniger berechenbar", was wiederum die Anleger verunsichere, urteilte Windt. Diese hätten daher ihr Geld aus den USA abgezogen und unter anderem in europäische Aktien investiert, was zum Großteil auch die jüngste "Euro-Stärke" im Vergleich zum US-Dollar erkläre.