ANALYSE/Goldman Sachs: Axel Springers strategische Entscheidungen überzeugen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit seinem Rubrikengeschäft hat Axel Springer Goldman Sachs zufolge aufs richtige Pferd gesetzt. Die US-Investmentbank prophezeite dem Medienhaus in einer Studie vom Dienstag weiteres Wachstum. Dank zahlender Kleinanzeigenkunden dürfte das Plus in diesem Bereich auch im dritten Quartal prozentual zweistellig ausgefallen sein, schätzt Analystin Katherine Tait. Zu Axel Springer gehören die Portale Stepstone, Immowelt und meinestadt.de. Konzernweit traut Tait dem Unternehmen auch mit Blick auf andere strategisch sinnvolle Entscheidungen ein organisches Wachstum von 5 bis 6 Prozent zu.

"In der sich ständig verändernden Medienlandschaft, in der die Unternehmen mit ihrem traditionellen Geschäft vor strukturellen Herausforderungen stehen, kann Flexibilität und eine gewisser Hang zur Selbsterneuerung vorteilhaft sein", schreibt Tait. Flink sein und in den Wandel investieren - das habe das Management von Springer verstanden. Seit 2006 hätten die Berliner bereits 5 Milliarden Euro für Zukäufe ausgegeben. Der Fokus habe dabei laut der Expertin immer klar auf dem Rubrikengeschäft gelegen.

Andere, weniger gewinnversprechende Segmente wie etwa Regionalzeitungen fielen dabei aus dem Raster. So hatte sich Springer zum Beispiel im Jahr 2013 von der "Berliner Morgenpost", vom "Hamburger Abendblatt" und von der TV-Zeitschrift "Hörzu" getrennt. Insgesamt hat das Unternehmen in den letzten zehn Jahren Beteiligungen im Wert von rund 3 Milliarden Euro veräußert.

Der im August angekündigte potentielle Börsengang der Affiliate-Marketing-Tochter Awin sei ein weiterer Schritt in Richtung eines klaren Profils und könnte Springer mehr als 200 Millionen Euro einbringen. Ob es tatsächlich zu dem IPO kommt und wie viel Geld das Medienhaus damit genau einnehmen könnte, vermag die Analystin aber nicht zu sagen. Am Markt wird vermutet, dass es Ende 2018 oder Anfang 2019 so weit sein könnte.

Den Kurs der Springer-Aktie sieht Tait in zwölf Monaten bei 70 Euro, zuletzt kostete das im MDax gelistete Papier 59,87 Euro. Die Expertin sieht ein hohes Renditepotential im Vergleich zu den Aktien der anderen Branchenvertreter, weswegen die Einstufung nun nicht mehr "Neutral", sondern "Buy" lautet./kro/la/das

Analysierendes Institut Goldman Sachs