ANALYSE: DZ Bank sieht bei EuroStoxx 50 höhere Gewinne als beim Dax

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 dürfte sich nach Einschätzung der DZ Bank bis Ende 2018 besser als der Dax entwickeln. Bei beiden Indizes geht DZ-Bank-Experte Christian Kahler von einer Fortsetzung der jüngsten Gewinnserien aus, wie er in einer am Montag vorgelegten Studie schrieb. Zuletzt hatte sich allerdings der deutsche Leitindex deutlich besser entwickelt als der EuroStoxx 50, der die Kursentwicklung der wichtigsten Unternehmen der Eurozone widerspiegelt.

Die größten Gefahren sieht Kahler weiter in der Lage in Nordkorea, den Wahlen in Italien sowie dem Unsicherheitsfaktor Donald Trump. Zudem gebe es das Risiko eines starken Kursverfalls am US-Aktienmarkt, wo die Bewertung der Unternehmen sehr hoch sei. Das könnte auch zu einer Korrektur an den Aktienmärkten weltweit führen. In solch einem Fall wären die neuen Kursziele Makulatur.

Kahler geht aber nicht davon aus, dass es einen Crash in den USA geben wird, da die Garanten für die dortige Rekordfahrt der vergangenen Jahre wie das solide Wachstum, die hohen Dividenden, den Rückkauf von Aktien und Mangel an Anlagealternativen anhalten sollten. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn sich die Dynamik des Anstiegs abschwächen würde, schrieb er.

An den Börsen weltweit geht es seit einigen Jahren ungeachtet globaler Konflikte wie zwischen Nordkorea und den USA steil bergauf. Treibstoff war und ist dabei vor allem auch die Geldflut der Notenbanken weltweit. Aus diesem Grund sind die Renditen bei sicheren Anlagen wie Staatsanleihen, aber auch anderen festverzinslichen Papieren am Boden - dies treibt viele Investoren in die Aktienmärkte. Zudem entwickelte sich die Wirtschaft vor allem in wichtigen Industrienationen wie Deutschland oder den USA gut.

So stehen Dax und EuroStoxx 2017 vor dem sechsten Jahr mit Gewinnen in Folge - der Dax legte dabei aber rund 125 Prozent auf neue Rekordstände zu, während der EuroStoxx 50 knapp 60 Prozent gewann und damit deutlich hinterherhinkt. Das soll sich nach Einschätzung der DZ Bank etwas ändern. Die Experten des Hauses gehen davon aus, dass sich das Wachstum der Wirtschaft etwas besser auf die Einzelstaaten verteilt - in den vergangenen Jahren hatte das Wachstum Deutschlands meist deutlich über demjenigen anderer Eurozonen-Staaten gelegen.

So sieht Kahler den Dax bis Ende 2018 vor allem dank besserer Unternehmensgewinne bis auf 14 000 Punkte steigen. Das wären noch mal rund sechs Prozent mehr als das derzeitige Rekordniveau. Da die Dax-Unternehmen ein starkes internationales Geschäft hätten, würden deren Gewinne stark vom weltweiten Wirtschaftswachstum profitieren. Im Jahresverlauf seien daher auch Dax-Notierungen oberhalb der Marke von 14 000 Zählern denkbar.

Beim EuroStoxx 50 geht Kahler bis Ende 2018 von einem Anstieg bis auf 4000 Punkte aus - das wären fast 10 Prozent mehr als aktuell. Anders als der Dax liegt der EuroStoxx 50 noch weit unter seinem Rekordstand vom Jahr 2000, aber auch unter den Notierungen von 2007 - also den Zeiten vor der Finanzkrise. Die bereits begonnene Drosselung der expansiven Geldpolitik dürfte einen stärkeren Anstieg der beiden Indizes verhindern.