ANALYSE/Deutsche Bank: DHL-Sparte der Deutschen Post ist ein Kurstreiber - 'Buy'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Potenzial des Express- und Paketgeschäfts der Deutschen Post DHL wird nach Einschätzung der Deutschen Bank am Aktienmarkt unterschätzt. Der Logistikkonzern dürfte in diesem Bereich mittelfristig noch deutlich stärker wachsen, schreibt Analyst Andy Chu in einer Studie am Mittwoch. Getrieben durch die Entwicklungen im Onlinehandel rechnet Chu dabei sowohl in Deutschland als auch in Europa mit strukturellem Wachstum. Damit einhergehende hohe Barmittelbestände sollten sich in Form von Ausschüttungen an die Aktionäre bemerkbar machen.

Der Analyst bekräftigte entsprechend seine Kaufempfehlung "Buy" und hob das Kursziel von 35 auf 40 Euro an. Damit sieht er für die Aktie der Post aktuell noch ein Kurspotenzial von knapp 20 Prozent.

Durch Zukäufe sowie Investitionen in weiteres Wachstum habe sich die Deutsche Post DHL von einem reinen Postdienstleister in einen weltweiten Anbieter für internationale Frachttransporte und Lieferketten-Logistik gewandelt, schrieb er. Dadurch, dass Kunden in einem Rutsch alles erledigen könnten, biete die Post eine breitere Produktpalette als viele Wettbewerber, was ihr deutliche Größenvorteile bringe.

Seines Erachtens sollten sich die Anleger daher zunehmend auf das Wachstum des Konzerns aus eigener Kraft fokussieren, auf steigende Rentabilität in allen DHL-Bereichen sowie im Briefgeschäft. Dies alles sollte die positive Cashflow-Entwicklung antreiben.

In seinen aktuellen Prognosen für den Konzern geht Chu zwar davon aus, dass die für 2020 ausgegebenen Ziele erst im Jahr 2022 erreicht werden. Dies sei "aber womöglich zu konservativ", schreibt er selbst. In seinem optimistischsten Szenario hingegen habe er beim operativen Ergebnis (Ebit) von 2017 bis 2022 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von etwa 11 Prozent ermittelt. Das bedeute fast eine Verdopplung der Wachstumsrate im Vergleich zu seinem Basisszenario, in dem er nur von 6 Prozent Plus pro Jahr ausgeht.

Chu hob zugleich hervor, dass die Deutsche Post in seinem Basis-Szenario im Jahr 2022 ein Barmittelüberschuss in Höhe von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaften werde. Im besten Fall seien es sogar 1,8 Milliarden. Angesichts der starken Stellung des Konzerns auf dem Weltmarkt erwartet der Experte auch keine größeren Ausgaben für Übernahmen. "Jedwedes überschüssige Kapital dürfte daher an die Aktionäre zurückfließen", schreibt er.

Mit der Einstufung "Buy" empfiehlt die Deutsche Bank auf Basis der erwarteten Gesamtrendite für die kommenden zwölf Monate den Kauf der Aktie./ck/stw/jha/

Analysierendes Institut Deutsche Bank.