ANALYSE: BofA warnt nach Zalandos massiver Progosesenkung vor Einstieg in Aktie

NEW YORK (dpa-AFX) - Eine "massiver als befürchtete Gewinnwarnung" von Zalando <DE000ZAL1111> hat die US-Investmentbank Bank of America (BofA) zum Rotstift greifen lassen. Analyst Geoffroy de Mendez überarbeitete in einer am Freitag vorliegenden Studie seine Schätzungen und setzte das Kursziel der Aktie deutlich nach unten. Sein neues Ziel lautet nun 18 Euro nach zuvor 28 Euro. Damit sieht er trotz des aktuellen Kursrutsches von 7 Prozent noch weiteres Abwärtspotenzial von knapp 25 Prozent. Sein Anlageurteil "Underperform" bekräftigte er.

Wie erwartet habe nach dem Online-Modehändler Asos <GB0030927254> in der vergangenen Woche jetzt auch Zalando seine Jahresziele zusammengestrichen. Das Ausmaß aber sei überraschend, konstatierte de Mendez. "Wir haben mit unserer Schätzung für das Jahresergebnis 2022 vor Zinsen und Steuern (Ebit) unter der Unternehmensprognose gelegen und waren außerdem diejenigen am Markt mit der negativsten Prognose. Nun müssen wir trotzdem unsere Zahlen um 45 Prozent zurechtstutzen, um das Ende der neuen Unternehmensprognose zu erreichen", erläuterte der Experte. Für die Jahre 2023 bis 2024 senkte er sie um 25 Prozent und sieht den Zeitpunkt für einen Einstieg in die Aktie längst nicht gekommen.

Das zweite Quartal habe mit Blick auf Bruttowarenvolumen (GMV) und Ebit nicht die erwartete Verbesserung gebracht. Zalando sehe das GMV inzwischen deutlich unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 5 Prozent Wachstum und das Ebit deutlich unter den vom Konsens erwarteten 100 Millionen Euro. Das habe auch ihn, dessen Schätzungen für das zu Ende gehende Quartal dem Konsens entsprochen hätten, zum Rotstift greifen lassen. Inzwischen rechnet der BofA-Experte mit keinerlei Wachstum mehr beim Bruttowarenvolumen und 75 Millionen Euro beim Quartals-Ebit.

Darüber hinaus geht de Mendez entsprechend den Worten des Zalando-Managements nicht von einer raschen Erholung aus. Das Wachstum dürfte über längere Zeit belastet sein. Die Entscheidung, Ausgaben für Marketing und Service zu verringern, um Kosten zu sparen, dürfte zusätzlich auf das Wachstum drücken. Aufgestockte Lagerbestände dürften zudem zu mehr Rabattaktionen führen und damit auf die Margen drücken. Das dürfte sich auch im zweiten Halbjahr 2022 und in der ersten Jahreshälfte 2023 fortsetzen.

Gemäß der Einstufung "Underperform" schätzt die Bank of America solche Aktien als am wenigsten attraktiv unter den von ihr beobachteten Werten ein./ck/nas

Analysierendes Institut Bank of America.

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.06.2022 / 00:30 / EDT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.06.2022 / 00:30 / EDT

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