ANALYSE/Berenberg: BASF auf lange Sicht mit Problemen behaftet - 'Verkaufen'

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Experten der Privatbank Berenberg halten die Aktien des Chemiekonzerns BASF derzeit für zu hoch bewertet. Zwar dürfte der Dax-Konzern in diesem Jahr von einer Knappheit bei einigen Chemikalien profitieren, doch erscheine das zyklische Potenzial in den Kurs eingepreist, schrieb Analyst Sebastian Bray in einer Studie vom Freitag. Die Hoffnungen von Anlegern auf steigende Markterwartungen dürften enttäuscht werden. Einen zusätzlichen langfristigen Ölpreisverfall vor Augen nahm der Experte die Bewertung der Papiere mit "Sell" und einem Kursziel von 78 Euro auf.

Mittelfristig sieht er damit ein Kursrisiko von etwa 8 Prozent. Erst Anfang April hatten die BASF-Papiere einen längeren Aufwärtstrend mit einem Zwischenhoch bei mehr als 94 Euro gekrönt. Seither bröckeln die Gewinne.

BASF werde gern "als Gewinner steigender Öl- und Petrochemiepreise hingestellt", so Bray. Bei der Bank gehe man jedoch langfristig von einem Abwärtstrend beim Öl aus. Schon jetzt habe der Einzug von Elektroautos für ein reichliches Überangebot des fossilen Treibstoffs am Markt gesorgt und somit die Preise gedrückt. In den kommenden Jahren werde sich diese Entwicklung noch verstärken. Der BASF-Tochter Wintershall dürfte das bald zu schaffen machen.

"Wir halten es für unwahrscheinlich, dass BASF den Rückgang mit neuen Chemiestoffen vollständig auffangen kann", heißt es in der Studie weiter. Der Konzern müsste seinen Marktanteil im Bereich Autobatteriematerialien bei Nickel-Kobalt-Mangan (NMC)-Kathodenmaterialien bis zum Jahr 2025 vervierfachen, um den Gegenwind auszugleichen. Gerade die historisch eher geringen Bewegungen in Marktsegmenten wie etwa Autokatalysatoren ließen das aber schwierig erscheinen.