Amtsinhaber Kaboré führt bei Präsidentschaftswahl in Burkina Faso

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Stimmauszählung in Burkina Faso

Bei der Präsidentschaftswahl im westafrikanischen Burkina Faso führt Amtsinhaber Roch Marc Christian Kaboré nach der Veröffentlichung erster Teilergebnisse. Der 63-jährige kam nach Angaben der Wahlkommission am Mittwoch auf einen Stimmenanteil von 58,1 Prozent. Er lag damit weit vor seinen Herausforderern Zéphirin Diabré (14,2 Prozent) und Eddie Komboïgo von der Partei des ehemaligen Präsidenten Blaise Compaoré (13,6 Prozent). Die Opposition hatte zuvor erklärt, die Wahl am Sonntag sei "von Betrug begleitet" gewesen, so dass sie die Ergebnisse wegen der "Unregelmäßigkeiten" nicht anerkennen werde.

Bis zum Mittwoch lagen nur die vorläufigen Ergebnisse aus 196 von 368 Abstimmungsbezirken vor. Die Wahlkommission hat eine Woche Zeit, bis das Ergebnis der kombinierten Präsidentschafts- und Parlamentswahl vorgelegt werden muss. Auf einem guten Fünftel des Staatsgebiets konnte die Wahl wegen Sicherheitsbedenken nicht abgehalten werden. Nach Angaben der Wahlkommission wurden so rund 300.000 bis 350.000 Bürger von dem Wahlgang ausgeschlossen.

Die Anhänger des Präsidenten erklärten, die festgestellten Mängel des Wahlgangs seien "bedauerlich", jedoch nicht ausreichend um das Ergebnis signifikant zu verändern. Eine Kundgebung der Opposition, die ursprünglich am Mittwochmorgen vor dem Auszählungszentrum stattfinden sollte, wurde abgesagt.

In Ouagadougou traf eine Mission aus Vertretern der Afrikanischen Union, der UNO und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS mit Vertretern der Opposition und der Regierung im Rahmen einer Initiative zur "präventiven Diplomatie" zusammen.

Sollte Kaboré wie bereits 2015 in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erzielen, wäre ein zweiter Wahlgang nicht nötig. Insgesamt waren rund 6,5 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Große Teile des westafrikanischen Staates werden von dschihadistischen Milizen kontrolliert.

Bei dschihadistischen Gewalttaten wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1200 Menschen getötet. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden rund eine Million Menschen in die Flucht getrieben. Neben der dschihadistischen Gewalt im Norden des Landes kommt es auch immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen ethnischen Gruppierungen. Menschenrechtler werfen regierungsnahen Milizen und der Armee Massaker an der Volksgruppe der Fulani vor.

ao/mkü