Amsterdamer Strasse: Ampeln stiften große Verwirrung

Die Ampeln an den Straßenbahn-Gleisen der Haltestelle Amsterdamer Straße/Gürtel zeigen Rot, sie scheinen Passanten vor dem Überqueren der Schienen zu warnen. Viele Fußgänger werfen einen Blick nach rechts, einen Blick nach links - und sind verwirrt: Es ist gar keine Bahn zu sehen. Auch das typische ratternde Geräusch ist nicht zu hören - also überqueren sie schnell die Gleise.

Vor rund zwei Wochen war die Ampelanlage an der Station, deren Bahnsteig in der Mitte der vierspurigen Amsterdamer Straße liegt, irreparabel ausgefallen - recht gefährlich an der vielbefahrenen Route. Die Stadt stellte Warnbaken auf und sperrte so stellenweise die Überwege zur Station, was viele Fahrgäste irritierte. Inzwischen wurden die Baken entfernt und die defekte Ampelanlage repariert - aber jetzt sind es deren Lichtsignale, die die Fußgänger vor ein Rätsel stellen. Die Ampeln an den Gleisen der Straßenbahn leuchten in zunächst nicht nachvollziehbaren Abständen rot auf, unabhängig davon, ob eine Straßenbahn kommt oder nicht - und manchmal leuchten sie auch gar nicht, obwohl sich eine Bahn nähert. "Die Leute laufen jetzt immer häufiger bei Rot, weil sie den Eindruck gewinnen, dass die Ampel eine Fehlfunktion hat - ein fataler Gewöhnungseffekt. Das kann lebensgefährlich sein: Wie schnell könnten sie von einer Bahn erfasst werden. Die Signalschaltung muss dringend korrigiert werden", schimpft ein empörter Fahrgast, der seinen Namen nicht in der Zeitung gedruckt sehen will, gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Susanne Rosenstein vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik hält dagegen: Die Ampelschaltung sei ärgerlich oder irritierend, aber nicht gefährlich, glaubt sie. "Selbst wenn die Ampel kein Rot anzeigt und eine Straßenbahn heranfährt, zeigen gesonderte Signale dem Bahnfahrer, dass er anhalten muss", erläutert sie. Nach den Reparaturarbeiten habe die Stadt die Anlage schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen wollen. "Das geht nur über eine zyklische Programmierung, die nicht verkehrsabhängig ist", so Rosenstein. Das bedeutet, dass die Ampelanlage an der Straße in einem zeitlich festgelegten Rhythmus Rot- und Grünphasen anzeigt, und das Lichtsignal am Gleiskörper leuchtet in demselben Rhythmus in Rot auf und erlischt wieder. Wo Fußgänger vorher per Knopfdruck Grün bekamen, müssen sie zurzeit auf die festgelegte Grünphase warten.

Laut Rosenstein wird derzeit an der verkehrsabhängigen Programmierung der Signalanlage gearbeitet, das könne allerdings noch rund einen Monat dauern. Die Firma, die das neue Steuergerät zur Verfügung stellt, müsse dieses zunächst individuell einstellen. Wenn dann mit dem neuen Steuergerät die Schaltung wieder verkehrsabhängig läuft, werde es eine Ausschreibung für die Instandsetzung der kompletten Ampelanlage geben....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta