Amokfahrer in Melbourne nennt "schlechte Behandlung von Muslimen" als Motiv

Polizei und Rettungskräfte am Unfallort

Nach der Autoattacke in der australischen Großstadt Melbourne hat sich der Fahrer erstmals zu seinen Motiven geäußert. Der 32-jährige Verdächtige habe angegeben, die Tat wegen der "schlechten Behandlung von Muslimen" verübt zu haben, sagte Regierungschef Malcolm Turnbull am Freitag. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es aber keine Hinweise auf einen Terrorakt oder Verbindungen zu extremistischen Gruppen.

Der Autofahrer war am Donnerstag mitten in Melbourne offenbar absichtlich in eine Gruppe von Fußgängern gerast. 18 Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Premierminister Turnbull verurteilte die "feige Tat". Die Australier dürften sich von solchen Attacken aber nicht einschüchtern lassen.

Der Verdächtige, der nach Angaben der Ermittler psychische Probleme und eine Drogenvergangenheit hatte, sollte am Freitag von einem Psychiater untersucht werden. Unter den Verletzten waren nach Angaben der Polizei drei Südkoreaner sowie Touristen aus China, Venezuela, Indien, Italien, Irland und Neuseeland. Am Freitag kehrte in der am Tatort gelegenen Einkaufsstraße allmählich wieder Normalität ein.

Australiens zweitgrößte Stadt war bereits im Januar von einer Autoattacke erschüttert worden. Ein Fahrer raste in eine Einkaufsstraße und tötete sechs Fußgänger. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei damals aus. Gegen den Mann, der sich derzeit vor Gericht verantworten muss, lief eine Fahndung, weil er seinen Bruder erstochen haben soll.