Amnesty: Drittes Geschlecht "wichtiger Schritt" für Rechte Intersexueller

Amnesty International hat den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Einführung eines dritten Geschlechts im Geburtenregister als "wichtigen Schritt hin zur Anerkennung der Rechte intergeschlechtlicher Menschen in Deutschland" begrüßt. "Es wird die Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt in der Gesellschaft hoffentlich steigern", sagte Maja Liebing, Expertin der Menschenrechtsorganisation für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI), am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

"Besonders wichtig ist dies im medizinischen Bereich: Noch immer werden Kinder mit Variationen der Geschlechtsmerkmale ohne akute medizinische Notwendigkeit operiert oder überflüssigen Behandlungen unterzogen, um sie dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen", sagte Liebing. "Die Behandlungen haben teils fatale Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit, unter denen die Betroffenen ihr Leben lang leiden."

Das Bundesverfassungsgericht fordert ein drittes Geschlecht für den Eintrag im Geburtenregister. Intersexuellen Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, solle damit ermöglicht werden, ihre geschlechtliche Identität "positiv" eintragen zu lassen, entschieden die Karlsruher Richter. Zur Begründung verwiesen sie auf das Persönlichkeitsrecht.