Amnesty: 14 Verurteilten in Saudi-Arabien droht "unmittelbare" Hinrichtung

Nach ihrer Verurteilung zum Tode droht 14 Menschen in Saudi-Arabien die "unmittelbare" Hinrichtung. Das erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Dienstag, die zugleich einen "grob unfairen Massenprozess" gegen die Verurteilten kritisierte. Darin seien die Angeklagten - allesamt saudiarabische Staatsbürger - unter anderem wegen "bewaffneten Aufstands gegen den Herrscher" schuldig gesprochen worden.

Das Urteil des Obersten Gerichts des Königreichs sei das Ergebnis von "Scheinprozessen", die sich "auf dreiste Art" über internationale Rechtsstandards "hinwegsetzten, erklärte ein Nahost-Experte von Amnesty, Samah Hadid. Politische Gegner sollten so mundtot gemacht werden.

Nach Angaben von Amnesty wurden erst am Sonntag 15 weitere Saudiaraber zum Tode verurteilt. Ihnen wurde Spionage für den Iran vorgeworfen. Mitte Juli wurden laut dem Innenministerium in Riad vier Männer wegen "terorristischer Verbrechen" hingerichtet, darunter Angriffe auf die Polizei und Unruhen in der Region Katif.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern mit den höchsten Hinrichtungsquoten weltweit. Seit Jahresbeginn wurden laut Amnesty bereits 66 Menschen exekutiert.

Vor allem im östlichen Distrikt Katif gingen die Behörden in den vergangenen Monaten verstärkt gegen Oppositionelle vor. Dort leben viele Angehörige der schiitischen Minderheit des Landes. Diese leiden nach eigener Darstellung seit langem unter Benachteiligungen durch die sunnitischen Behörden.