Ein AMG für die Formel 1

feedback@motor1.com (Roland Hildebrandt)
Ein AMG für die Formel 1

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Mercedes-AMG GT R ist neues Safety Car

Na, haben Sie auch am Wochenende das erste Formel-1-Rennen der neuen Saison geguckt? Dann dürfte Ihnen sicherlich jener Mercedes-AMG GT aufgefallen sein, der das Feld der Rennwagen zum Start geführt hat. Er ist komplett neu und fast genauso stark wie die Flitzer hinter ihm, denn es handelt sich um den GT R mit 585 PS.


Keiner war bislang stärker

Mit besagten 585 PS und einer Spitze von 318 km/h ist das neue Safety Car der Formel 1 das bislang stärkste in der Königsklasse. Seit 1996 wird es von Mercedes-AMG gestellt, damals startete man mit dem C 36 AMG. Ob es nun unbedingt der in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigende GT R sein muss, sei dahingestellt. Aber der Weltmotorsportverband FIA stellt durchaus hohe Anforderungen an das Safety Car der Formel 1, seitdem noch in den frühen 1990er-Jahren Fahrzeuge wie ein Opel Vectra (in Imola) das Feld entschleunigten.


Schnelligkeit ist Trumpf

Der wesentliche Punkt: Das Safety Car muss im Ernstfall eine Mindestgeschwindigkeit halten können, damit die Reifen und Bremsen der ihm folgenden Formel-1-Fahrzeuge nicht zu stark abkühlen. Außerdem sollen die Motoren nicht überhitzen. Wein Pluspunkt für Supersportler wie den Mercedes-AMG GT R, die zu diesem Zweck nicht aufwendig umgebaut werden müssen. Der GT R bekommt einen Überrollkäfig und eine Keramik-Bremsanlage, äußeres Merkmal ist neben der Folierung ein Leuchtbalken auf dem Dach. Er ist auf einer Carbonhutze platziert, damit der feststehende Heckflügel weiterhin gut angeströmt wird.


Das passiert an Bord des Safety Cars

Vielleicht werden Sie sich bei der Formel-1-Übertragung gefragt haben: Sitzt im Safety Car nur Fahrer Bernd Mayländer, der nach vorne und in den Rückspiegel guckt? Nicht ganz: Mayländer konzentriert sich zwar auf die Rennstrecke, hat aber auch noch einen Beifahrer namens Richard Darker an Bord. Darker hält den Funkkontakt mit der Rennleitung und beobachtet die Formel-1-Fahrzeuge mit zwei iPads. Auf dem linken iPad ist das internationale TV-Signal zu sehen. Auf dem rechten iPad können wahlweise eine animierte Darstellung mit der aktuellen Position jedes Piloten oder aktuelle Rundenzeiten angezeigt werden.


Doktorwagen mit Dampf

Und noch ein Auto von AMG ist in der Formel 1 mit von der Partie: Das Mercedes-AMG C 63 S T-Modell mit 510 PS als „Medical Car“. Am Steuer sitzt der Rennfahrer Alan van der Merwe, sein Beifahrer ist der stellvertretende medizinische FIA-Delegierte Ian Roberts. Im Fond nehmen bis zu zwei assistierende Mediziner Platz. Sie kommen aus einer ausgesuchten Spezialklinik nahe der jeweiligen Rennstrecke. Wie im Safety Car hat der Beifahrer zwei iPads, im Kofferraum befinden sich unter anderem ein Defibrillator und ein Beatmungsgerät. Und warum steht das „Medical Car“ beim Start immer hinter dem Feld der Rennwagen? Nun, es rast in der Startrunde hinterher, weil alle Autos in dieser Phase sehr dicht beisammen sind und das Unfallrisiko besonders hoch ist. Dann erst biegt es in die Boxengasse ab, wo man zusammen mit dem Safety Car in Bereitschaft parkt.


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