Kicker-Frust: Footballer verpassen Gold-Coup

Eric Böhm
Bei den World Games verliert Deutschland im Football-Finale gegen Frankreich

Nach dem Halbfinal-Coup gegen die USA setzte es im Finale der World Games 2017 gegen Frankreich eine bittere 6:14 (6:7)-Niederlage.

Im strömenden Regen lieferte das deutsche Team eine sehr leidenschaftliche Partie und kämpfte um jeden Zentimeter, Frankreich setzte die etwas reifere Spielanlage dagegen. Sie hatten sich auch deutlich länger auf die World Games (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM)  vorbereiten können.

Im Halbfinale waren die massiven Kickerprobleme noch ohne Folgen geblieben, diesmal rächten sie sich, aber immerhin blieb die respektable Silbermedaille.

"Der Frust über die Niederlage überwiegt im Moment. Es war ein extrem knappes Spiel. Die Franzosen haben es sich verdient. Sie waren einmal in der Endzone. Bei den Special Teams muss man natürlich bedenken, dass wir nur 45 Spieler melden durften. So konnten wir keinen Spezialisten als Kicker mitnehmen. Um Frankreich zu schlagen, musst du mehr scoren", analysierte Defensive Back Marc Scherenberg im Gespräch mit SPORT1.


Verteidigung funktioniert wieder hervorragend

Wie schon gegen die favorisierten Amerikaner überzeugte die Defensive um Linebacker Kerim Homri vor der Pause auch gegen die Franzosen und ließ nur einen Touchdown zu.

"Wir wussten, das Spiel würde vorne an der Linie entschieden. Wir haben ein paar Plays dazugenommen, das hat funktioniert. Unsere D-Line war extrem stark", ergänzte Scherenberg.


Fehlen des deutschen Quarterbacks wird sichtbar

Der Offensive war dagegen das Fehlen von Quarterback Alexander Haupert anzumerken. Der eigentliche Starter hatte sich im Halbfinale in der zweiten Hälfte eine Knieverletzung zugezogen. Der Spielmacher feuerte sein Team allerdings von der Seitenlinie auf Krücken an.

Vertreter Paul Zimmermann gelang in der ersten Hälfte zwar ein fantastisches Big Play auf Kwame Ofori, allerdings vergab Deutschland nach dem Touchdown den Extrapunkt. Auch die massiven Kickerprobleme erinnerten an das Halbfinale.


Ansonsten tat sich der Angriff allerdings gegen die aggressiven Franzosen schwer, einen Rhythmus zu finden.

"Ich glaube, das Running Game war sehr ordentlich. Field Position war immer ein bisschen das Problem. Bei dem Wetter wird es mit den Pässen eben auch sehr schwierig. Alexander ist unser Starter, ihn haben wir natürlich schon vermisst, aber Paul hat ein gutes Spiel gemacht. Am Ende entscheidet im Football ein Play, das haben die Franzosen gemacht. Trotzdem hat es hier in Breslau sehr viel Spaß gemacht, es war eine tolle Erfahrung. Da bleibt vielmehr als die Medaille", sagte Scherenberg

Im dritten Viertel änderte sich zunächst wenig. Deutschland hatte vor allem den starken Receiver Andrew James - drei Touchdowns im Halbfinale gegen Polen gut im Griff.

Fumble bringt Entscheidung gegen Deutschland

Eine Pass Interference gegen Frankreich und ein guter Lauf von Zimmermann brachten Deutschland zu Beginn des Schlussabschnitts in Field-Goal-Reichweite, aber ohne verlässlichen Kicker mussten sie den vierten Versuch ausspielen und kassierten einen Sack - die Chance zur Führung war dahin.

Die Entscheidung brachte letztlich ein Fumble des deutschen Teams drei Minuten vor dem Ende tief in der eigenen Hälfte. Der Touchdown der Franzosen war die logische Folge. Immerhin blieb die Silbermedaille als Trost für einen großen Kampf.