Amazons Retouren-Politik: Schenken statt Zurücknehmen

Manchmal bekommen Kunden Retouren-Waren von Amazon geschenkt. (Bild: Getty Images)

Kindersocken, Klemmbretter, eine Teetasse oder T-Shirt: Wer beim Online-Versandhändler Artikel zurückschicken will, bekommt sie manchmal einfach geschenkt. Lesen Sie hier, warum das so ist und was man dabei beachten sollte.

Wenn ein gelieferter Artikel nicht gefällt oder passt, wenn er beim Transport kaputtgegangen ist oder sonst einen Mangel hat, wollen Kunden ihn meist zurückschicken. Statt eines Rücksendeetiketts bekommen sie in manchen Fällen dann von Amazon folgende Antwort: „Erstattung veranlasst. Sie müssen den Artikel nicht zurücksenden.“

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Man darf die Sache, die den eigenen Wünschen zumindest zum Teil nicht entspricht, also behalten, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. Warum aber macht Amazon das? Alles eine Frage der Kosten. In manchen Fällen ist es schlicht günstiger, sich das Porto zu sparen, die Ware nach Eingang nicht kontrollieren und lagern zu müssen, bevor man sie gegebenenfalls erneut anbieten kann. Um die 15 Euro kostet ein solcher Vorgang schätzungsweise im Schnitt. Geht es um einen Artikel, der günstiger oder nicht wesentlich teurer ist, kann der Kunde die Ware deshalb in manchen Fällen behalten.

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Auf Nachfragen verschiedener Medien wie der „Welt“ oder „RP online“ gibt es von Amazon immer dasselbe Statement: „Kein Kunde retourniert gern Ware. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ein Kunde Waren möglichst selten retournieren muss.“ Gegenüber „RP online“ hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erläutert, worauf Kunden in so einem Fall achten sollten: Dass der Verzicht des Unternehmens eindeutig aus der Erklärung hervorgeht. Sollte es im Nachhinein doch noch zum Streit kommen, müssen die Kunden schriftlich nachweisen, dass sie von ihrer Rücksendepflicht entbunden wurden.

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