Amazons Eigenmarken legen kräftig zu – ein Weckruf für Einzelhändler

Benedikt Kaufmann
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Amazon: Kampf um Indien hat gerade erst begonnen

Amazons Investment in eigene Produkte zahlt sich aus, wie eine Studie von OneClickRetail aufzeigt. Rund 450 Millionen Dollar dürften die Eigenmarken im Jahr 2017 erlöst haben.

Mittlerweile hat der E-Commerce-Gigant unter Markennamen wie Amazon Elements oder Amazon Basics ein breites Angebot von Babywindeln bis hin zu Batterien. AmazonBasics (Elektronik- und Haushaltszubehör) ist dabei die erfolgreichste Marke und liefert rund 85 Prozent der Verkaufserlöse.

Angriff auf breiter Front

Spencer Millerberg, CEO von OneClickRetail warnt angesichts des anhaltenden Wachstums der Amazon-Eigenmarken: „Für andere Hersteller, die über Amazon verkaufen, ist diese Erfolgsgeschichte ein Weckruf – es ist nun wirklich Zeit genauer hinzuschauen.“

Denn der E-Commerce-Gigant baut mit einer rasenden Geschwindigkeit sein Portfolio aus. Allein seit September brachte Amazon zahlreiche eigene Produkte unter fünf neuen Marken auf den Markt.

Rivet: Günstige Wohnzimmermöbel

Stone&Beam: Premium-Wohnzimmermöbel

Goodsport, Peak Velocity und Rebel Canyon: Activewear und Sportkleidung

Amazon profitiert vom vertikalen Geschäftsmodell

Amazon nutzt seine dominante Markstellung und enormen Mittel aus, um den Marken zum Erfolg zu verhelfen. Funktioniert eine neue Produktreihe nicht, kann der Konzern das leicht verkraften. Werden die Waren dagegen gut verkauft, ist es einfach das Volumen nach oben zu skalieren. Zeitgleich helfen die Synergie-Effekte in dem vertikalen Geschäftsmodell.

Amazon hat gegenüber anderen Marken klare Vorteile. Aber noch Nachteile was die Bekanntheit angeht. Dieser Nachteil könnte jedoch weniger ins Gewicht fallen, wenn der Konzern dank der Echo-Geräte auch den Bestellvorgang übernimmt. Denn Alexa findet und bestellt bei einer Suche nach „Alexa kaufe Mignon AA Batterien“ bestimmt keine Batterien von Varta – sondern die von AmazonBasics.