Amazonas: Britischer Journalist und Indigenenexperte verschwunden

In einer abgelegenen Region des Amazonas-Regenwaldes sind ein britischer Journalist und ein brasilianischer Indigenenforscher verschwunden. Die beiden waren mit einem Boot zum Jaburu-See im nördlichen Bundesstaat Amazonas gereist und sollten am Sonntag in die Stadt Atalaia do Norte zurückkehren.

Auf ihrem Rückweg hielten in der Gemeinde Sao Gabriel an, wo Pereira ein Treffen mit einem Gemeindevorsteher anberaumt hatte, um über indigene Patrouillen gegen das Vordringen auf indigenes Land zu sprechen. Dort wurden die Männer zum letzten Mal gesichtet. Nachdem der Gemeindevorsteher nicht eintraf, machten sich die Männer mit dem Boot auf den Weg in das rund zwei Stunden entfernt liegende Atalaia del Norte. Sie hatten rund 70 Liter Benzin und Satelittenkommunikationsgeräte bei sich.

Die Vereinigung indigener Organisationen des Javari-Tals (UNIVAJA) und die Beobachtungsstelle für Menschenrechte indigener Völker (OPI) erklärten in einer Stellungnahme, die Männer hätten in der Woche ihres Verschwindens Drohungen auf dem Feld erhalten. Inzwischen hat sich die Polizei eingeschaltet.

Pereira, der auch als Experte für die brasilianische Behörde für indigene Angelegenheiten FUNAI tätig ist, hat regelmäßig Drohungen von Holzfällern und Bergarbeitern erhalten, die in das Land indigener Völker eindringen wollen. Pereira kennt sich zudem bestens in der Region aus.

Die Behörde gab bekannt, dass sie bei der nun anberaumtem Suche mit den örtlichen Behörden zusammenarbeite.

Dom Phillips, der schon seit 2018 Expeditionen mit Bruno Pereira unternimmt, war für eine Buchrecherche in das Amazonasgebiet gereist. Phillips ist unter anderem als freier Mitarbeiter für die Zeitung "The Guardian", "Washington Post" und die "New York Times" tätig.

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