Amazon zieht über Elon Musk her: Mit Starlink und Co. gehe er davon aus, dass „Regeln nur für andere“ gelten

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Im Wettlauf zwischen den beiden Milliardären Jeff Bezos und Elon Musk ist kein Ende in Sicht. Am Mittwoch reichte Bezos' Onlinehandel Amazon eine Beschwerde über das von SpaceX betriebene Satellitennetzwerk Starlink bei der Federal Communications Commission (FCC) ein. Die US-amerikanische Behörde ist für die Zulassung von Kommunikationsgeräten zuständig. Darin kritisiert Amazon den CEO des Autoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, scharf. Die Beschwerde ist eine von mehren, die in der jüngsten Vergangenheit zwischen den konkurrierenden Unternehmen von Jeff Bezos und Elon Musk eingereicht wurden.

In der Beschwerde an die Federal Communications Commission heißt es, „das Verhalten von SpaceX und anderen von Musk geführten Unternehmen macht ihre Ansicht deutlich: Regeln sind für andere. Diejenigen, die auf deren Einhaltung bestehen oder sie fordern, verdienen Spott und hämische Angriffe.“

„Nichts zugeben, Regeln ignorieren“

Erstmalig über die schriftliche Beschwerde berichtete Michael Sheetz von "CNBC". Die Beschwerde wurde eine Woche, nachdem SpaceX auf Amazons öffentliche Stellungnahme geantwortet hatte, eingereicht. Darin erklärte das Raumfahrtunternehmen Elon Musks, dass Jeff Bezos' Klagen gegen das Unternehmen zu größeren Hindernissen geführt hätten als die konkurrierenden Technologien. SpaceX wies darauf hin, dass die von Bezos geführten Unternehmen, darunter Amazon und sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin, in diesem Jahr etwa alle 16 Tage Klagen gegen den Privatbetrieb eingereicht hätten. Musk twitterte, SpaceX zu verklagen, sei zu Jeff Bezos‘ „Vollzeitjob“ geworden. Wohl eine Spitze Richtung Bezos, der Im Juli diesen Jahres von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender des Amazon-Konzerns zurückgetreten war.

In der jüngsten Beschwerde an die FCC erklärte Amazon nun, der Brief von SpaceX sei „eine überhitzte Antwort auf ein unstrittiges Argument“ gewesen. Die Reaktion des Raumfahrtunternehmens von Musk ginge nicht auf das angeführte Problem ein und konzentriere sich stattdessen darauf, Amazon anzugreifen, um von dem eigentlichen Problem abzulenken. „Diese Strategie stammt aus einer Vorlage, die jeder Aufsichtsbehörde bekannt ist, die dafür zu sorgen hat, dass alle Unternehmen die gleichen Regeln haben und einhalten. Ihr O-Ton: nichts zugeben, Regeln ignorieren, wann immer es möglich ist. Und wenn alles andere fehlschlägt, diejenigen angreifen, die sich auf die Regeln berufen.“

Die Beschwerde Amazons bezieht sich nicht nur auf die Unternehmen Elon Musks, sondern auch explizit auf den SpaceX-CEO Musk selbst. So heißt es in der Erklärung, der Unternehmensgründer zeige eine mangelnde Bereitschaft, sich an Regeln und Regierungsbehörden zu halten. Dabei wird auf die Berichte des 'Wall Street Journals' über „Musks Kampf gegen die Aufsichtsbehörden“ verwiesen. Amazons erster Brief an die FCC enthielt Bedenken über die Pläne von SpaceX, das Satellitennetzwerk Starlink auf eine zweite Generation zu erweitern. Der Online-Riese forderte die FCC auf, SpaceX zur Vorlage eines neuen Antrags zu verpflichten.

Konkurrierende Unternehmen in vielen Bereichen

Starlink ist Teil einer großen Vision Elon Musks. Sein Plan ist es, ein zusammenhängendes Internetnetzwerk mit Tausenden Satelliten aufzubauen, das Kundinnen und Kunden überall auf der Welt mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgt. Das Satelliten-Internet-Tochterunternehmen Amazons, Kuiper Systems, hat eine ähnliche Vision. Allerdings wird es voraussichtlich etwa ein Jahrzehnt brauchen, um seine geplanten 3.236 Satelliten vollständig zu installieren.

Der Starlink-Dienst von Musk befindet sich zwar gerade ebenfalls noch in der Anfangsphase. Doch das Unternehmen hat bereits mehr als 100.000 Nutzerinnen und Nutzer in 14 Ländern. SpaceX hat bisher 1.740 Starlink-Satelliten in Betrieb genommen. In der zweiten Generation soll das Projekt etwa 30.000 Satelliten umfassen.

Die jüngste Klage Amazons gegen SpaceX ist eine von vielen, die in Verbindung mit Bezos stehen. Auch Bezos‘ Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat mehrfach gegen die Entscheidung der NASA protestiert, SpaceX den Vorzug zu geben, wenn es darum geht, eine Fahrt zum Mond zu unternehmen. Zuletzt zog Blue Origin vor ein Bundesgericht und bezeichnete die NASA-Entscheidung als „unfair“. Auch beim Wettlauf um den Weltraum ist dieser Zwischenfall nicht der erste gewesen, bei dem die beiden Milliardäre aneinandergeraten sind.

Zu den aktuellen Beschwerden wurde sich seitens der Unternehmen bislang nicht weiter geäußert. Sprecherinnen oder Sprecher von Amazon oder SpaceX waren auf Anfrage von Business Insider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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