Amazon vs. Alphabet vs. Wal-Mart: Der brutale Kampf um die Weltherrschaft

Andreas Deutsch
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Amazon vs. Alphabet vs. Wal-Mart: Der brutale Kampf um die Weltherrschaft

Amazon darf Whole Foods übernehmen. Das haben die amerikanischen Behörden jetzt entschieden. Das bringt ein anderes Unternehmen in den Fokus der Börsianer. Auch ein ehemaliger Super-Star aus den USA könnt neu aufblühen.

Nachdem Alphabet und Wal-Mart eine Allianz geschmiedet haben, steht fest: Die Konkurrenz sieht nicht tatenlos zu, wie der Jeff-Bezos-Konzern den Handel mit Lebensmitteln aufmischt. In Zukunft wird Wal-Mart mit Google zusammen, um hunderttausende Artikel via Google-Sprachassistent zu den Kunden zu bringen. Es ist das erste Mal, dass Wal-Mart seine Waren nicht auf der eigenen Homepage anbietet.

Wal-Mart hat sich mit Google den stärksten Partner ausgesucht, den es gibt. Nahezu jeder Internetnutzer in der westlichen Welt nutzt Google, also liegt es nahe, dass die Menschen die Suchmaschine künftig auch als Shoppinginstrument anerkennen werden – zumal Einkaufen mit dem Sprachassistent kinderleicht ist.

Während Wal-Mart seine Präsenz im Internethandel mit dem Deal immer weiter ausbaut, sieht Amazon zu, stärker im Offlinehandel zu werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Übernahme von Whole Foods, die die FTC am Mittwoch durchgewinkt hat. Whole Foods ist spezialisiert auf höherwertige Lebensmittel, zumeist aus ökologischem Anbau.

Konkurrent von Whole Foods ist Sprouts Farmers Market. Das Unternehmen, das DER AKTIONÄR in Ausgabe 30/17 vorgestellt hat, könnte jetzt auf großes Interesse der Börsianer stoßen. Für JPMorgan-Analyst Ken Goldman hält Sprouts Farmers Market nach dem Whole-Foods-Deal für einen klaren Übernahmekandidaten in der Branche. „Das Geschäftsmodell von Sprouts unterscheidet sich von fast allen anderen Händlern und es ist nicht leicht zu kopieren“, sagt Goldman. „Das macht die Firma zu etwas Besonderem.“

Wer könnte sich Sprouts unter den Nagel reißen? Schon vor Monaten wurde spekuliert, dass Albertsons großes Interesse an einer Fusion mit dem Ökohändler hat. Die Albertsons-Kette, die von der Private-Equity-Firma Cerberus Capital kontrolliert wird, ist bekannt für ihren Expansionsdrang: In den vergangenen Jahren hat der Konzern via Akquisitionen über 1.000 Filialen dazugekauft.

Möglich wäre auch, dass Wal-Mart zuschnappt. Online steht der Handels-Riese, der 2018 wohl eine halbe Billion Dollar Umsatz machen wird, nach dem Deal mit Alphabet gut da. Was der Konzern noch braucht, ist ein gutes Standbein im rasant wachsenden Organic-Food-Markt. Der Kauf von Sprouts wäre da nur logisch.

Wer macht das Rennen?

Der Kampf um die Vormachtstellung im Einzelhandel ist voll entbrannt. Gut möglich, dass Amazon sich überschätzt und den Kampf gegen Wal-Mart verliert. Wal-Mart ist ein Riese, der nicht schläft, sondern hellwach ist. Nutznießer des Kampfes könnten die Aktionäre von Sprouts Farmers Market sein, falls der Konzern übernommen wird.