Amazon verkauft keine Nest-Produkte mehr


Der Online-Versandhändler Amazon nimmt offenbar die neuesten Produkte des Smart-Home-Spezialisten Nest aus seinem Sortiment. Das habe der Konzern dem Anbieter von Sicherheitssystemen und anderen Angeboten fürs Smart Home bereits Ende vergangenen Jahres in einer Telefonkonferenz mitgeteilt, berichtet das Nachrichtenportal „Business Insider“. Es beruft sich dabei auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Entscheidung sei an der Amazon-Spitze getroffen worden.

Die Qualität von Nest sei nicht der Grund für den Rückzug gewesen. Allerdings können auch die Kundenbewertungen kaum der Auslöser gewesen sein: Die Rezensionen der Käufer waren durchweg positiv.

Unter den Produkten, die Amazon verbannen will, befänden sich die aktuellsten Versionen von Nest Secure Home und des intelligenten Thermostats der Firma. Der Temperaturregler ist das Nest-Vorzeigeprodukt. Als Reaktion auf die Entscheidung des US-Konzerns stoppte Nest seinerseits den Verkauf seiner Produkte. Noch sind sie auf der Amazon-Seite zu finden. Es wird aber damit gerechnet, dass die Listung bald verschwindet, sobald die Restbestände verkauft sind.


Mitarbeiter des kalifornischen Unternehmens, die an der Telefonkonferenz mit den Amazon-Verantwortlichen teilnahmen, sagten laut dem Bericht, Amazon-CEO Jeff Bezos sei höchstpersönlich für die Demission verantwortlich gewesen. Ausdrücklich gesagt hätten das ihre Gesprächspartner aber nicht.

In den vergangenen Jahren war Nest eine Google-Schwesterfirma unter dem Dach der gemeinsamen Konzernmutter Alphabet. Im Februar 2018 folgte die Verschmelzung mit der Hardware-Abteilung von Google. Der IT-Konzern integriert damit Nests Geschäft mit vernetzten Thermostaten und Sicherheitskameras in sein eigenes Hardware-Portfolio. Google hat in den vergangenen Jahren sein eigenes Gerätegeschäft mit Smartphones und smarten Lautsprechern mit dem integrierten Sprachassistenten Google Assistant ausgebaut.

Mit seinem Sprachassistenten steht Google in Konkurrenz zu Amazons System Alexa, das allerdings deutlich bekannter ist. Die Verbindung zwischen Nest und Google könnte dennoch ein Grund sein für das Aus des Anbieters auf Amazon.

Die Nest-Geräte sollen von Googles Kenntnissen im Bereich der Künstlichen Intelligenz profitieren. Dazu sollen die Teams von Google und Nest in Zukunft eng zusammenarbeiten. Umziehen müssen die Nest-Mitarbeiter nicht. Sie bleiben in Palo Alto angesiedelt. Das Google-Hauptquartier in Mountain View liegt nur gut zehn Kilometer entfernt.