Amazon Video: Bringt mir das neue Game of Thrones!

Benedikt Kaufmann
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Amazon Q3-Zahlen: Der Riese ist zurück

Amazon gibt sich nicht mit der Zweitklassigkeit zufrieden. Das gilt auch für die selbstproduzierten Video-Inhalte, die auf Prime Video angeboten werden. Milliardeninvestitionen und eine ausgeprägte Nutzeranalyse sollen einen neuen Serienhit bringen. Das Ziel: Ein Erfolg wie „Game of Thrones“.

Roy Price, der Chef der Amazon Studios und damit verantwortlich für die sogenannten Original Series, ist auf der Suche nach dem neuen Serienhit. In einem Interview mit dem US-Magazin Variety sagte Price: „Wir haben uns die Daten jetzt einige Zeit angeschaut…und es ist ziemlich deutlich, dass es die großen Shows sind, die den Unterschied machen. Wenn du eine der besten fünf oder zehn Serien ausstrahlst, ist deine Show wesentlich wertvoller – dann ist sie ein Gesprächsthema und führt automatisch zu mehr Abonnenten.“

Die Folge dieser Erkenntnisse sind nicht nur fünf neuen Serien, die Amazon vergangenen Freitag ankündigte, sondern auch die schnelle Einstellung von weniger erfolgreichen Formaten, wie beispielsweise des Episodendramas „Z: The Beginning of Everything“.

Es werden jedoch nicht nur Serien produziert. Unter dem Label Amazon Original Movie kamen bisher fünf Filme in die Kinos. Laut Roy Price planen die Amazon Studios bis zu 12 Amazon Original Movies jedes Jahr in die Kinos zu bringen. Damit würde Amazon mit den großen Hollywood-Studios gleichziehen und dank dem unternehmenseigenen Streaming-Dienst zusätzlich von den Filmen profitieren.

Die Video-Strategie ist dabei nach einem altbewährten Amazon-Prinzip konzipiert: Massive Investitionen und globale Expansion. Im vergangenen Dezember wurde Prime-Video auf 200 Länder ausgeweitet. Laut Morgan Stanley dürfte Amazon im laufenden Jahr bis zu 4,5 Milliarden Dollar in Video-Inhalte investieren. Das bringt den Internet-Giganten sehr nahe an die rund sechs Milliarden heran, die Konkurrent Netflix 2017 ausgeben will.

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Amazon Music, Amazon Shopping, Amazon Restaurants, Amazon Books, Amazon Games, Amazon Web Services und Amazon Video – diese Liste stellt eine unvollständige Aufzählung unterschiedlicher Geschäftsfelder dar, in denen sich der Internet-Konzern betätigt. Die Expansion in neue Märkte ist wesentlicher Teil der Amazon-Strategie.

Die hohen Beträge, die in das zukünftige Wachstum investiert werden, verunsicherten jedoch zahlreiche Anleger. Nach den Quartalszahlen riet DER AKTIONÄR daher einen Teil der Gewinne mitzunehmen. Mittlerweile scheint sich der Kurs im Bereich der 200-Tage-Linie zu stabilisieren. Das aktuelle Kursniveau bietet damit eine gute Chance zu reinvestieren.