Amazon lässt umstrittenes Armband für Mitarbeiter patentieren

Amazon will, dass die Arbeiter die Waren in den Lagerhallen noch schneller finden und verpacken können. (Bild: ddp images)

Immer wieder sieht sich Amazon Vorwürfen ausgesetzt, seine Angestellten zu überwachen und wie Roboter zu behandeln. Ein neues Patent des Online-Versandhändlers dürfte nicht gerade dazu beitragen, die Anschuldigungen zu entkräften.

Super praktisch dürften es die Verantwortlichen bei Amazon finden, super demütigend vermutlich die Arbeiter, die in den Lagerhallen des Unternehmens arbeiten. Laut “The Guardian” hat sich Amazon erst kürzlich ein Armband patentieren lassen, dass nicht nur die genaue Position von Menschen erkennen kann, sondern sogar die genaue Position ihrer Hände.

Lesen Sie auch: Amazon: Wirbel um Shirts mit Sklaverei-Spruch

Sofern die sich nicht exakt am richtigen Punkt befinden, wird der daran hängende Mensch per Vibration genau dort hingelenkt. Wofür das alles gut sein soll? Zur Optimierung von Arbeitsprozessen, wie man so schön sagt. Konkret sieht das so aus: Bestellt jemand etwas bei Amazon, landet die Bestellung auf dem tragbaren Computer eines Arbeiters in der Lagerhalle, in der das Produkt eingelagert ist.

Lesen Sie auch: Amazon eröffnet Supermarkt ohne Kassen

Er geht also zum richtigen Regal, holt das Produkt, packt es ein, geht zum nächsten bestellten Produkt, packt es ein, macht weiter. Man kann sich vorstellen, dass die Arbeiter in den riesigen Lagerhallen manchmal kurz suchen müssen, bevor sie den gewünschten Artikel in Händen halten. Und genau da kommen die Armbänder ins Spiel. Sie lenken die Hände der Arbeiter sofort in die richtige Richtung, wodurch Zeit gespart wird.

Lesen Sie auch: Amazon nimmt 20 Städte in die engere Auswahl für Standort von zweitem Hauptsitz

Kann man als Unternehmer gut finden, kann man aber auch anders sehen. Als neuerliche Maßnahme zur totalen Überwachung des Personals zum Beispiel, von dem ab diesem Moment jedes Zappeln, Kratzen und sich über die Stirn wischen genau registriert wird. Ganz abgesehen davon, dass der genaue Standort jedes Mitarbeiters rund um die Uhr zentimetergenau registriert wird. Bereits jetzt berichten Amazon-Mitarbeiter immer wieder davon, als menschliche Roboter eingesetzt zu werden, deren gefordertes Arbeitspensum kaum oder gar nicht zu schaffen sei.