Amazon kooperiert mit Rossmann – absolutes Novum

Benedikt Kaufmann
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Amazon macht gemeinsame Sache mit Rossmann, Deutschlands zweitgrößtem Drogeriekonzern. In Deutschland ein Novum – weltweit schmiedete Amazon jedoch bereits viele ähnliche Allianzen mit Einzelhändlern.

Bereits jetzt gibt es Rossman-Produkte über Prime Now zu kaufen – jedoch nur in Berlin. Diese Kooperation soll jetzt auf das ganze Bundesgebiet ausgeweitet werden, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Eine Branche ist am zittern: Die Konkurrenten Müller und DM müssen sich jetzt mit einer zusätzlichen Bedrohung auseinandersetzen.

Bisher wehrte sich der deutsche Einzelhandel gegen den Riesen aus den USA. Rossmann selbst geht jetzt in die Offensive und erspielt sich durch die Allianz einen Vorteil im harten deutschen Einzelhandelsgeschäft.

Die Strategie ist typisch für Amazon. Top-Priorität des Konzerns: Höheres Verkaufsvolumen und damit auch höhere Erlöse. Wie in den Q2-Zahlen gesehen, steht nicht der Profit an erster Stelle. Es geht um Marktmacht. Eben jene Marktmacht, die andere Einzelhändler zu erdrücken droht. Der Bespoke „Death by Amazon“ Index bildet die Entwicklung der Unternehmen ab, die unter dem enormen Expansionsdrang des US-Riesen zu leiden haben: Einzelhändler aus dem S&P 1500.

Abwarten

Während Einzelhändler ihr Heil in der Flucht nach vorne suchen, sollten Anleger aktuell Abstand von Amazon halten. Seit der Veröffentlichung der schwachen Q2-Zahlen verzeichnete die Aktie Verluste von über sechs Prozent. Nach den Zahlen empfahl DER AKTIONÄR einen Teil der Gewinne zu realisieren. Langfristig ist die scheinbar endlose Wachstumsstory von Amazon jedoch intakt. Anleger behalten Geduld und warten auf ein Signal zum reinvestieren.