Amazon Key: Wenn sich die Wohnungstür für den Paketdienst selber öffnet

Thaddeus Herrmann
Amazon Key: Wenn sich die Wohnungstür für den Paketdienst selber öffnet


Der neueste Clou von Amazon ist ein bisschen unheimlich und erfordert reichlich Vertrauen in gestresste und geknechtete Paketboten. Um mehr Pakete gleich beim ersten Zustellversuch loswerden zu können und dabei nicht bei Nachbarn abgeben zu müssen, soll das neue System Amazon Key den Lieferanten Zutritt zur Wohnung des Empfängers gewähren. Alles was dazu braucht, ist ein smartes Türschloss, eine Überwachungskamera und natürlich die Sicherheits-Algorithmen von AWS.

Das neue Liefersystem steht ausschließlich Prime-Kunden in den USA zur Verfügung und zunächst auch nur in knapp 40 Ballungszentren. Die Methode muss bei der Bestellung explizit angeklickt werden. Steht der Bote dann vor der Tür, scannt er den Barcode des Pakets und in der Wolke wird die Anfrage überprüft. Bei positivem Ergebnis beginnt die Überwachungskamera in der Wohnung mit der Aufzeichnung und das Schloss öffnet sich. Der Bote stellt das Paket in den Eingangsbereich und geht wieder. Die erfolgreiche Lieferung wird dem Empfänger in der App angezeigt, dort kann dann auch das Video angeschaut werden.

Amazon will das System nicht nur für Paketboten nutzen. Auch Freunden und Bekannten kann auf diese Weise Zutritt zur Wohnung gewährt werden, aber auch Reinigungskräften muss man so - zumindest in der Theorie - keinen Schlüssel mehr überlassen.

Die benötigte Kamera ist von Amazon selbst und heißt Cloud Cam. Eventuell bereits installierte Kameras anderer Hersteller können nicht verwendet werden. Dafür lässt sie sich aber auch mit allen Alexa-Geräten in der Wohnung nutzen. Beim smarten Türschloss hat man Auswahl zwischen mehreren Modellen der Hersteller Yale und Kwikset. Die Kamera, die auch separat gekauft werden kann, kostet 120 US-Dollar, Bundles mit Schloss starten bei 250 Dollar. Eine kostenlose Installation vor Ort wird ebenfalls angeboten. Der Service startet am 6. November.


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