Amazon hilft mit guten Vorschlägen auch beim Bombenbau

Sascha Koesch
Amazon Packages


Es scheint als hätte Amazon die Zutaten für die Herstellung von TATP beim zuletzt vor einem Anschlag verhafteten Bombenbauer geliefert. Nicht verwunderlich, da sie dort - wie sonst auch - frei erhältlich sind. Was allerdings ein ein wenig die Stirn runzeln lässt: Scheinbar haben die Ermittlungsbeamten festgestellt, dass man bei Amazon automatisch passende Zutaten vorgeschlagen bekommt, sollte man eine richtige ausgewählt haben.

Bombenbau als Kaufempfehlung also. Damit es schön einfach ist. Warum solche Chemikalien, die letztendlich auch für andere Dinge verwertbar sind, unbedingt aus dem Empfehlungsalgorithmus rausfallen sollten ist natürlich nicht ganz klar, vor allem, da man davon ausgehen kann, dass die Käufer, die eine Bombe bauen wollen, einen sehr genauen Plan vorab haben, was sie alles kaufen müssen. Bedenklich ist dies aber vor allem deshalb, da man nicht weiß, ab wie vielen Bombenbauern solche Vorschläge überhaupt generiert werden und ob man so nicht vielleicht davon ausgehen sollte, dass die Menge, die einen solchen Zusammenhang berechenbar macht, eher an sich schon "unheimlich" ist.

Spiegel