Am 1. Mai: Armenien wählt neuen Regierungschef

In Armenien soll am 1. Mai ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Das kündigte Parlamentschef Ara Bablojan in der Hauptstadt Eriwan an.

Die Opposition will ihren Anführer Nikol Paschinjan in das mächtige Amt heben. Seit knapp zwei Wochen macht sie gegen die armenische Führung mobil. Am Montag trat Präsident Sersch Sargsjan unter dem Druck der Massenproteste zurück.

Angesichts der anstehenden Wahl rief Oppositionschef Paschinjan seine Anhänger dazu auf, keine Straßen mehr zu blockieren. Ein Appell, dem nicht alle folgen.

Ein Demonstrant sagt: "Die Straßenblockaden in Eriwan werden bleiben. Unser Protest richtet sich allerdings nicht gegen die Polizisten. Sie sind unsere Freunde. Doch wir werden alles tun, damit die Republikanische Partei aus dem Parlament verschwindet."

Die Republikaner halten auch nach Sargsjans Rücktritt die Parlamentsmehrheit. Die Demonstranten werfen ihnen Korruption und Vetternwirtschaft vor.

Derweil sind mehrere Kabinettsmitglieder nach Moskau gereist, um dort mit Armeniens Verbündetem Russland über die angespannte Lage zu beraten. Bisher hat sich der Kreml aus dem Konflikt herausgehalten, ihn aber nach eigenen Worten genau beobachtet.