Alzheimer-Forschung: Weitere Hiobs-Botschaft – die Hoffnungsträger

Marion Schlegel
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Alzheimer-Schock: Scheitert auch Biogen? Aktie bricht ein

Auf den großen Durchbruch in der Alzheimer-Forschung müssen die Patienten weiter warten. Nachdem erst vor Kurzem der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer sein Programm zur Entwicklung neuer Mittel gegen Alzheimer eingestellt, Biogen negative News zu einer Phase-2-Studie veröffentlicht hat und zuvor Ely Lilly eine schwere Niederlage auf der Suche nach einem Alzheimer-Heilmittel einstecken musste, sorgt nun Merck & Co für weitere negative Schlagzeilen in der Alzheimer-Forschung. Der US-Konzern hat eine weit fortgeschrittene Studie an seinem Alzheimer-Medikament Verubecestat mangels Erfolgsaussichten abgebrochen. Ein Expertengremium habe dies empfohlen, teilte der Konzern am Mittwoch in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey mit. "Wir sind von diesem Ergebnis enttäuscht, vor allem wegen des Mangels an Behandlungsalternativen", kommentierte Roger Perlmutter, Chef der Merck-Konzernforschung.

Zahlreiche Unternehmen forschen fieberhaft an einem wirksamen Mittel gegen Alzheimer. Experten schätzen das Marktpotenzial für Alzheimer-Medikamente auf zweistellige Milliardenbeträge. Schätzungsweise sind weltweit rund 50 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, wobei ein Großteil hiervon an Alzheimer erkrankt ist.

Wirklich überraschend kam die Meldung allerdings nicht. Bereits vor rund einem Jahr wurde eine Studie an Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Nervenkrankheit eingestellt worden. In der nun erfolgten Studie wurde das Mittel an Patienten getestet, die nur erste Ansätze der Alzheimer-Symptome erkennen ließen. Merck forscht derzeit noch an zahlreichen weiteren Alzheimer-Medikamenten. Die Aktie von Merck reagierte dementsprechend nur mit einem leichten Minus auf die jüngste Meldung.

Das Rennen um einen wirklich durchgreifenden Erfolg in der Alzheimer-Forschung geht als weiter. Auch in Deutschland forscht ein börsennotiertes Unternehmen in diesem Bereich: Probiodrug befindet sich allerdings noch in einer relativ frühen Phase. Gespannt darf man auf die nächsten Daten von AC Immun sein. Auf der Rechnung muss man auch trotz der zuletzt schwachen News weiterhin Biogen haben.