Altmaier will mit Stahlbranche über Hilfen für Klima-Umbau sprechen

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BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Stahlindustrie dringt auf Zusagen des Staates für finanzielle Hilfen beim klimafreundlichen Umbau ihrer Produktion. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wird am 3. Mai mit Vertretern der Branche und der IG Metall über das Thema sprechen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag von den beteiligten Seiten erfuhr. Zuerst hatte der "Spiegel" über das Treffen berichtet.

Das Bundeskabinett hatte im vergangenen Juli ein "Handlungskonzept Stahl" beschlossen, um die Branche zu stützen. Konkrete Finanzierungszusagen für die viele Milliarden Euro teure Umrüstung der Stahlwerke gibt es aber noch nicht. "Wir sind seit Vorlage des Stahlkonzepts im Sommer 2020 im regelmäßigen Austausch und im Dialog mit der Stahlindustrie und den Gewerkschaften", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

Bei den großen Stahlherstellern wie Thyssenkrupp <DE0007500001> und Salzgitter <DE0006202005 > laufen Versuche, beim Stahlkochen die klimaschädliche Kohle durch Wasserstoff zu ersetzen. Die Unternehmen betonen, sie könnten die hohen Investitionen aber nicht alleine stemmen. Thyssenkrupp hatte seine Kosten mit etwa 10 Milliarden Euro beziffert, Salzgitter geht von 3 Milliarden Euro aus. Dafür sei eine ""substanzielle Anschubfinanzierung" erforderlich, hatte Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann gesagt.

Die Stahlindustrie ist einer großen Kohlendioxid-Produzenten in Deutschland. Pro Jahr stoßen die Hochöfen und Stahlwerke etwa 58 Millionen Tonnen des Klimagases aus. Die Branche wirbt mit dem Argument um öffentliche Hilfen, in kaum einem anderen Bereich könne mit vergleichsweise geringen Hilfen ein so hoher Beitrag zum Klimaschutz erreicht werden. Kritiker fordern, die Stahlkonzerne müssten zunächst etwas gegen ihre Überkapazitäten tun.