Altmaier holt Ulrich Nußbaum als beamteten Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium

Der künftige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sorgt bei der Wahl des beamteten Staatssekretärs für eine Überraschung.


Der parteilose Ulrich Nußbaum wird beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Dem früheren Finanzsenator in Bremen und Berlin sollen zentrale Abteilungen im Bundeswirtschaftsministerium unterstellt werden.

Darunter befinden sich die Wirtschafts-, Industrie- und Außenwirtschaftsabteilung. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte jüngst gefordert, das Ministerium wieder zum Kraftzentrum der sozialen Marktwirtschaft zu machen. Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gilt als erstes wegweisendes Signal in diese Richtung.


Der aus einer Handwerkerfamilie in Rheinland-Pfalz stammende Nußbaum ist nicht nur ein exzellenter Jurist. Mit dem Unternehmer könnte auch wieder eine starke unternehmerische Sicht in das Ministerium einziehen. Der 60-Jährige gilt als bestens verdrahtet in der Wirtschaft. In Berlin erreichte Nußbaum die schwarze Null im Haushalt.

Als Gesellschafter eines Fischverarbeitungsunternehmens hat er ein Millionenvermögen gemacht, bevor er in die Politik einstieg. Von 2003 bis 2007 war er parteiloser Finanzsenator in Bremen, im Jahr 2009 trat er sein Amt als Berliner Finanzsenator an. Nußbaum galt als beliebtester Senator der Stadt, die schwarze Null war für ihn der Maßstab für Erfolg.

Im Dezember 2014 beendete er seine Amtszeit und begründete seinen Rücktritt damals damit, dass er die SPD in Berlin bei ihrem parteiinterne Verfahren nicht behindern wolle, einen Nachfolger für den regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu finden.

Nußbaum hatte es immer abgelehnt, in eine Partei einzutreten. „Leute wie ich sind zu unabhängig, die müssen sich nicht immer an die Parteilinie halten, um weiter einen Job zu haben. Das wirkt unberechenbar“, sagte Nußbaum auf die Frage, warum er nie in die SPD eingetreten sei.