Altkanzler Schröder will Freundin Soyeon Kim im Herbst heiraten

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Altkanzler Gerhard Schröder (SPD)

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) geht zum fünften Mal den Bund der Ehe ein: Er werde seine südkoreanische Freundin Soyeon Kim voraussichtlich im Herbst heiraten, gab der 73-Jährige am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der 26 Jahre jüngeren Kim in Seoul bekannt. Der Ort und das genaue Datum der Hochzeit stünden noch nicht fest. Vor den Kameras zeigte sich das Paar lächelnd Arm in Arm.

Er habe bereits die Familie seiner künftigen Ehefrau kennengelernt, sagte Schröder in der südkoreanischen Hauptstadt. "Die Hochzeit wird wahrscheinlich im Herbst stattfinden, der genaue Ort und das Datum werden später festgelegt", kündigte der Altkanzler an.

Die neue Beziehung Schröders zu der rund 25 Jahre jüngeren Südkoreanerin war im vergangenen September bekannt geworden, als Schröders vierte Ehefrau Doris Schröder-Köpf im Zuge des Scheidungsverfahrens gesagt hatte, Kim sei "der Anlass, wenn auch nicht alleinige Grund, für die endgültige Trennung" des Ehepaars im Jahr 2016 gewesen. Schröder wies diese Darstellung am Donnerstag zurück. Kim habe nichts mit der Trennung zu tun, versicherte er.

Zugleich kündigte der Ex-Kanzler an, er werde den Rest seines Lebens damit verbringen, zwischen Deutschland und Südkorea hin und her zu reisen. "Ich habe ein enormes Interesse an der Geschichte, Kultur und Kunst Südkoreas und würde gerne mehr Gelegenheiten bekommen, mehr über die Südkoreaner und das Erbe des Landes zu lernen", sagte Schröder.

Bereits Mitte Januar hatte seine künftige Frau in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte" gesagt, der gemeinsame private Lebensmittelpunkt des Paares werde "sowohl in Deutschland als auch in Korea sein - hier werden wir eine Balance finden".

Wegen seiner bisherigen vier Ehen war Schröder bereits der Spitzname "Audi-Mann" verliehen worden - in Anspielung auf die vier Ringe im Logo der Auto-Marke. Inzwischen kursiert im Kurzbotschaftendienst Twitter auch der Titel "Herr der Ringe" nach dem gleichnamigen Fantansy-Epos.

Die 47-jährige Kim arbeitete früher als Dolmetscherin für Schröder. Derzeit ist sie für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordrhein-Westfalens, NRW.Invest, in Seoul tätig.

Als Schröder 1990 Ministerpräsident von Niedersachsen wurde, hatte er bereits zwei Ehen hinter sich. Während seiner Zeit als Landesvater war seine Frau Hiltrud, genannt Hillu, an seiner Seite, die zwei Töchter mit in die Ehe gebracht hatte.

Die Ehe wurde 1997 geschieden, noch im selben Jahr heiratete Schröder die Journalistin Schröder-Köpf. Diese war während Schröders Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 an seiner Seite, das Ehepaar trennte sich 2016 endgültig. Schröder-Köpf brachte eine Tochter mit in die Ehe mit Schröder, zudem adoptierte das Paar zwei russische Waisenkinder aus St. Petersburg.

In seiner Partei ist Schröder umstritten. Vor allem der linke Flügel der SPD verübelte ihm die arbeitsmarktpolitischen Reformen der Agenda 2010. Kritisch gesehen wird auch sein Engagement für den russischen Energiekonzern Gazprom. Vor der Bundestagswahl machte Schröder der SPD aber als Redner bei ihrem Parteitag in Dortmund Mut für den Urnengang im September.