Altkanzler Schröder verteidigt Engagement bei Russlands Ölindustrie

Gerhard Schröder, Altkanzler Deutschlands, ist wieder im Gespräch, diesmal als Aufsichtsrat der russischen Ölfirma Rosneft. Und wieder schon früher ist Schröder wegen seiner Nähe zur Wirtschaft und zu Russland in der Kritik. Er sieht das als ungerechtfertigt.

“Stellt euch mal vor, ich wäre nicht für den Mineralölkonzern Rosneft in Russland vorgeschlagen, sondern für Exxon in Amerika”, so Schröder, “wie wäre wohl die Reaktion der Presse in Deutschland gewesen? Alle wären begeistert.”

Aber es ist nunmal nicht Exxon, sondern Rosneft, eine Firma, die zum Großteil dem russischen Staat gehört. Ein Unternehmen, das von den Sanktionen gegen Russland wegen der Krim-Annexion und dem Eingreifen im Syrienkrieg betroffen ist.

“Ich stehe dazu, weil ich glaube, aus ökonomischen wie politischen Gründen, dass es nicht vernünftig ist, unseren größten Nachbarn Russland ökonomisch und politisch zu isolieren”, verteidigt Schröder sein Engagement.

Das Rosneft-Angebot spaltet auch Schröders eigene Partei, die SPD. Kanzlerkandidat Martin Schulz distanzierte sich von Schröders Plänen, Außenminister Sigmar Gabriel sprach dagegen von einer Skandalisierung.

Schröder hatte bereits früher für die Russen gearbeitet: Im Nord-Stream-Projekt, das mehrheitlich der russischen Gazprom gehört.