Alternativgipfel kritisiert G7-Politik

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Kritiker des bevorstehenden G7-Gipfels auf Schloss Elmau haben den sieben führenden westlichen Wirtschaftsnationen bei einem Alternativgipfel Mitverantwortung für globale Krisen und Ungerechtigkeit vorgeworfen. Der Reichtum der G7-Nationen beruhe auf der Ausbeutung des globalen Südens, sagte die politische Referentin des Bündnisses erlassjahr.de, Malina Stutz, am Freitag in München. "Das wollen wir nicht weiter hinnehmen." Das Bündnis setzt sich für ein unabhängiges Insolvenzverfahren für überschuldete Staaten ein.

"Fortschritt für eine gerechte Welt" sei das zwar vorgebliche Ziel des G7-Gipfels, teilten die Organisatoren der Veranstaltung vorab mit. Dabei würden häufig gerade die teilnehmenden Staaten nötige Reformen "aus nationalstaatlichen und ökonomischen Machtinteressen" blockieren. "Man könnte das alles anders gestalten", sagte Julia Thrul von Oxfam Deutschland am Freitag. "Man muss nur den Mut haben, sich das vorzustellen." Unter anderem fordert die Organisation eine Sondersteuer zur Bekämpfung von Ungleichheit.

Zum Alternativgipfel hatten mehrere Organisationen und Verbände eingeladen, darunter attac, Oxfam, das Bündnis Gerechter Welthandel und die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dabei sollten auch Lösungsansätze für eine gerechtere Welt diskutiert werden.

Das G7-Treffen findet vom 26. bis 28. Juni zum zweiten Mal auf Schloss Elmau am Fuße des Wettersteingebirges statt. Bereits 2015 hatten sich die G7 in dem alpinen Luxushotel getroffen. Zu der Gruppe gehören Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, die USA, Kanada und Japan.

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