Alternative zu Windrädern: Start-ups tüfteln an Hightech-Drachen

dpa-AFX

LEIPZIG (dpa-AFX) - Sieht so die Energiegewinnung in der Zukunft aus? Mehrere Wissenschaftler und Start-ups beschäftigen sich derzeit mit Flugwindkraftanlagen, mit denen ab 200 Metern Höhe Öko-Strom erzeugt werden soll. "Man kann mit den portablen Anlagen in Regionen Windenergie abgreifen, die unrentabel und unzugänglich sind, etwa in Katastrophengebieten oder weit draußen über dem Meer. Außerdem werden die Landschaften weniger verschandelt als durch Windräder", erklärte Physiker Christoph Sieg am Freitag am Rande des Chaos Communication Congress (34c3) in Leipzig. Zudem könne man in den größerer Höhe besonders effektiv und kostengünstig Energie gewinnen.

Wie genau funktionieren diese Drachen? Im Grunde sei es eine Art Segelflugzeug, das über ein Seil fest mit dem Boden verbunden ist. Das Gerät fliege in windabgewandter Richtung periodische Figuren. Die Fluggeschwindigkeit oder die erzeugte Auftriebskraft werden laut dem Experten verwendet, um mit Hilfe von Generatoren elektrische Energie zu gewinnen. "Dadurch, dass die Geschwindigkeit des Flugzeuges viel höher ist als die Windgeschwindigkeit, kann man selbst mit kleinen Generatoren sehr viel Leistung erzeugen", sagte Sieg, der bis vor kurzem an der Berliner Humboldt-Universität forschte und jetzt bei einem Freiburger Start-up arbeitet.

Die Anlagen seien noch nicht serienreif, aber erste Prototypen in konkreter Planung, erklärte der Experte. Der US-Gigant Google kaufte bereits 2013 das Startup Makani, das solche hochmodernen Drachen entwickelt. An ähnlichen Projekten arbeiten das niederländische Unternehmen Ampyx oder das Berliner Startup Enerkite. Und auch das Institut für Mikrosystemtechnik in Freiburg beschäftigt sich mit dieser alternativen Form der Energiegewinnung.