Auch alternative Einwegprodukte enthalten Schadstoffe

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Auch alternative Einwegprodukte enthalten Schadstoffe

In einer Untersuchung alternativer To-Go-Produkte sind Schadstoffe gefunden worden. Mehr als die Hälfte der untersuchten Einwegprodukte enthielt potenziell krebserregende und andere bedenkliche Chemikalien, wie aus einer am Donnerstag vom europäischen Verbraucherverband (Beuc) veröffentlichten Untersuchung hervorgeht.

Pappe, Palmenblätter oder Zuckerrohr - sie alle sollen bald Plastik in Einwegprodukten ersetzen. Der Untersuchung zufolge überschritt jedoch mehr als die Hälfte (53 Prozent) der getesteten Alternativprodukte den empfohlenen Richtwert. Unter den Stoffen sind auch sogenannte "ewige Chemikalien", die über viele Generationen in der Umwelt verbleiben und die menschliche Gesundheit schädigen können.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte ein Verbot besonders schädigender Stoffe. Außerdem müsse ein Zulassungsverfahren für Materialien mit Lebensmittelkontakt eingerichtet werden. "Es ist gut, dass Einweggeschirr aus Plastik ab Juli verboten ist. Nun muss die Politik aber auch Regeln für die Alternativen aus Papier, Palmenblättern und Zuckerrohr schaffen", erklärte vzbv-Chef Klaus Müller. Er forderte zudem mehr Geld und Personal für die Lebensmittelüberwachung. Schadstoffe hätten in Einweggeschirr nichts zu suchen - "egal, ob in Plastik oder Pappe". Verbraucher müssten feststellen können, ob und wie stark plastikfreie Alternativen kontaminiert sind.

Die Produkte wurden von vier europäischen Verbraucherorganisationen untersucht. Bereits 2019 hatte die EU eine Richtlinie gegen die Verschmutzung durch Einwegplastik verabschiedet. Damals war den nationalen Regierungen eine zweijährige Frist eingeräumt worden, um etwa Plastikgeschirr oder Trinkhalme vom Markt zu nehmen. Das Verbot tritt nun ab dem 03. Juli in Kraft.

klr/jm