Alte Liebe rostet nicht: Von Arbeitstier bis Hippiefahrzeug – Der VW Bulli wird 70

Der VW Bulli feiert dieses Jahr seinen 70. Geburtstag.

Er war das Arbeitstier des Wirtschaftswunders, beliebt bei Handwerkern, aber auch bei Familien und als Spielwiese für Blumenkinder in der Hippie-Ära. Der VW „Bulli“ der ersten Generation, auch T 1 genannt, wurde von 1950 bis 1967 gebaut (in Brasilien noch viel länger), feiert aber in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Denn der niederländische Importeur Ben Pon hatte bereits 1947 die Idee zum VW-Bus.

Eine simple Zeichnung in seinem Notizbuch brachte das Erfolgsmodell in Fahrt, inspiriert wurde Ben Pon von den im VW-Werk für den internen Transportverkehr eingesetzten „Plattenwagen“. Noch immer wird der T 1 heiß geliebt und hoch gehandelt. Jakob Schröder fährt einen Bulli, der bei der Schweizer Armee als Funkerwagen im Einsatz war. Ein Leben ohne Bulli? Für den 46-Jährigen unvorstellbar.

Deshalb habe ich ihn:

Ich weiß noch genau, als ich mich in den T 1 verliebt habe. Ich war 13 Jahre alt und ging nach Hause, als ich in einer Nebenstraße des Gotteswegs einen T-1-Bus gesehen habe. Das war Mitte der 1980er Jahre, Bullis der ersten Generation waren schon nicht mehr oft zu sehen. Ich war total fasziniert vom Charme dieses Transporters mit seiner V-förmigen Frontgestaltung und den runden Scheinwerfern. Das war einfach rundum stimmig. Ende der 1990er Jahre habe ich mir den ersten T 1 gekauft, aber bin nie damit gefahren, weil die Blechsubstanz so schlecht war. Also habe ich ihn wieder verkauft. Damals hatte es sich noch nicht gelohnt, viel Geld in einen T 1 zu investieren. Heute ist das anders, die Preise für gute Modelle fangen bei 20.000 bis 25.000 Euro an, für die Samba-Variante mit den kleinen Scheiben im Dach wird weitaus mehr gezahlt. Der T 1 ist zu einer Wertanlage geworden. Für mich steht aber der Fahrspaß im Vordergrund.

Das kann er:

Vor mehr als zehn Jahren habe ich meinen jetzigen Bus gekauft, der wahrscheinlich bis zum Jahr 2000 bei der Schweizer Armee in Zug als Funkwagen eingesetzt war. Ich wollte nicht unbedingt einen Armee-Bus haben, aber die gute Substanz hat mich überzeugt.

Der Bulli hat einen enormen Wiedererkennungswert und zaubert Menschen aller Generationen ein Lächeln ins Gesicht. Fast jeder kennt ihn, als Symbol für die Wirtschaftswunder-Zeit wird er wohl immer etwas Besonderes bleiben.

Oft zieht mich der Bulli förmlich an und ich muss eine Runde drehen. Dieses puristische Fahrgefühl ohne jegliche elektrische Helferlein und der typische Boxermotor-Sound im Heck machen einfach einen Riesenspaß. Und er ist ein praktischer Oldtimer. Auf VW-Treffen oder im Urlaub lege ich mich einfach hinten rein und penne.

Das kann er nicht:

Ich könnte jetzt den hohen Spritverbrauch nennen oder die Ausstellfenster, die bei Regen Feuchtigkeit in den Innenraum lassen. Und das fehlende Gebläse lässt die Fenster schnell beschlagen. Aber das sind für mich Kleinigkeiten, die den Bus für mich liebenswert machen. Ich möchte keinen Oldtimer fahren, der keine Schwächen hat.

Das habe ich für ihn getan:

Der Vorbesitzer hat alle Anbauteile der Schweizer Armee entfernt, so dass ich den nackten Bulli hatte. Nach und nach habe ich einige Teile wieder aufgetrieben wie etwa den Dachgepäckträger, die Funkantenne und die Tarnlichter vorne und hinten. Ich wollte ihn weitgehend in den Originalzustand zurückführen, ihm aber auch einen sportlichen Touch verleihen. Deshalb habe ich den Bulli tiefer gelegt, ihm Alufelgen spendiert und einen stärkeren Porsche-Motor eingebaut. Ich finde, das passt sehr gut zu ihm, der Fahrspaß ist noch größer.

Das haben wir erlebt:

Mein Bus hat bereits Fernseh-Erfahrung. Für den Spielfilm „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“ über die Abstürze der Starfighter-Kampfjets Mitte der 1960er Jahre wurde mein Bulli in einen Bundeswehr-Bus verwandelt und ist mit anderen Fahrzeugen in mehreren Szenen zu sehen. Wir haben eine Woche lang auf dem Flugplatz in Hopsten bei Münster gedreht.

Das haben wir vor:

Ich möchte einmal mit meiner Familie mit dem Bus nach Spanien fahren und dort ein paar andere verrückte VW-Fahrer treffen. Und dann würde ich gerne mal nach England. Die Hügellandschaft in Nordengland mit dem Bus zu durchqueren, stelle ich mir wunderschön vor....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta