Von altbacken bis diskriminierend: Das sind die Wahlplakate der Parteien

Am 24. September sind in Deutschland Bundestagswahlen.

Die ersten Wahlkampfplakate für die Bundestagswahl im September hängen inzwischen an den Straßenlaternen: Damit steigt der Wahlkampf in die heiße Phase. Aber erreichen die Plakate überhaupt die Wähler?  Welche Fehler wurden gemacht?  Was sollte man bei der Gestaltung und der Auswahl der Motive bedenken? Ingo Hamm, Professor für Markt-, Konsumenten- und Medienpsychologie an der Hochschule Darmstadt, hat die Plakate der Parteien analysiert. Grundsätzlich sollte man Politik und Politiker als Marke aufbauen, so wie bei jedem anderen Produkt auch, erklärt Hamm, „und zwar nicht nur auf dem Plakat“. „Eine Marke ist ein Leistungsversprechen. Das ist bei der Politik nicht anders.“

Besser als Slogans seien daher Personen, die auf den Plakaten abgebildet werden,  sagt  der Medienexperte. „Für die allermeisten Menschen ist der Wahlkampf Nebensache, sie haben wenig Zeit und Aufmerksamkeit.“  Deshalb solle man sich vor allem auf optische Reize fokussieren, nicht zu sehr auf Inhalte, fasst Hamm zusammen.

SPD – Solide, aber unspektakulär

Handwerklich solide und wertepsychologisch gut -  aber unspektakulär, beurteilt der Experte Ingo Hamm die Wahlplakatkampagne der Sozialdemokraten.  Die Plakate hätten einen hohen Wiedererkennungswert, die Marke SPD käme durch die roten Quadrate gut rüber.  „Kinder, ältere Menschen, ein junger Mann mit einem Roboter – das sind starke Bilder. Aber sie stechen jetzt auch nicht unbedingt heraus“, findet Hamm. Für die Zielgruppe seien die Plakate aber adäquat. Sie zeigten eine positive und zufriedene Welt.

„Martin Schulz trägt Anzug und Krawatte, das ist mutig. Andere lassen das weg, er geht den entgegengesetzten Weg. Das verleiht  ihm Seriosität und eine gewisse Staatsmännigkeit“, sagt Hamm.  Es präsentiert sich damit nicht als „Mann von unten“. „Das Plakat gibt ihm sicher einen gewissen Bonus in der Bevölkerung.“  Reizworte  wie „Zukunft“ und „Ideen“ kommen vor, aber diese Slogans seien austauschbar und man könne sie  vernachlässigen.

CDU – Neuartig

„Die Verfremdung der Deutschland-Flagge und der Deutschland-Farben  bei der Wahlkampagne der CDU ist sehr interessant, mutig und neuartig.  Bei den Plakaten ohne Personen vereinnahmt die CDU quasi das Deutschland-Logo für sich, indem sie es spielerisch verändert“, erklärt Hamm. Das sei  werbetechnisch sehr geschickt und professionell und schaffe Aufmerksamkeit. Die „Standardslogans“ seien zwar auf den Punkt gebracht und reduziert, aber auch oberflächlich und  austauschbar mit allen anderen Parteien.  Trotzdem findet...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung