"Gänsehaut am ganzen Körper": Drama bewegt Neureuther

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Alexander Schmid konnte gar nicht mehr hinsehen.

Der aktuell beste deutsche Techniker versteckte sein Gesicht hinter der rechten Hand und einer schwarzen Corona-Maske, zu nervenaufreibend war seine Aufholjagd beim Riesenslalom-Klassiker in Alta Badia. Am Ende wurde der Allgäuer auf der Traditionsstrecke "Gran Risa" mit dem starken siebten Platz belohnt.

"Ich bin sehr zufrieden, ich habe ziemlich fighten müssen", sagte Schmid, der mit einem fulminanten Finale elf Ränge gut gemacht hatte, etwas mitgenommen. "Gewaltig! Der Alex ist sensationell skigefahren", schwärmte ARD-Experte Felix Neureuther. Stefan Luitz verbesserte sich um fünf Plätze und wurde guter Zwölfter. Die emotionalste Geschichte des Weltcup-Wochenendes schrieb aber der Slowene Zan Kranjec.

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Helden-Geschichte um Kranjec

Am 9. Dezember war der Vater des zweimaligen Weltcup-Siegers, ein Dachdecker, bei der Arbeit zu Hause in der Nähe von Kranjska Gora tödlich verunglückt. Für Kranjec, vier Tage zuvor als Zweiter in Santa Caterina noch auf dem "Stockerl", ein Schock. "Dad, for you!", stand in Alta Badia auf seinem schwarzen Rennhelm - beim 31. Weltcup-Sieg von Alexis Pinturault (Frankreich) wurde er heldenhafter Neunter.

"Ich habe Gänsehaut am ganzen Körper, wenn man solche Geschichten hört", sagte Neureuther bewegt: "Sein Papa schaut im Himmel zu und ist extrem stolz auf den Sohnemann. Ich ziehe wirklich den Hut vor ihm, allergrößten Respekt!"

Schmid: "Man muss die Sau rauslassen"

Den hatte auch Schmid verdient: Besser war der 26-Jährige im "Riesen" nur einmal - als Sechster vor drei Jahren in Val d'Isere. Nach einem "zu braven" ersten Lauf, bei dem er mit der rechten Hand in einem Tor hängen geblieben war, habe er "ein bisschen Coolness reingebracht", meinte er: "Man muss einfach die Sau rauslassen, g'scheit draufsteigen und nix herschenken." Auch Luitz war "im Großen und Ganzen zufrieden".

Baumann sprach nach seinem 300. Weltcup-Rennen von einem "runden Jubiläum. Es macht immer noch so viel Spaß wie im ersten Rennen", berichtete der 34 Jahre alte Wahl-Bayer, der beim Abfahrtsklassiker in Gröden bester DSV-Starter und bester Österreicher gleichzeitig war. Zum überragenden Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen), der auf der Saslong auch den Super-G gewann, fehlten ihm nur 0,90 Sekunden. "Super cool - und ein cooler Abschluss vor Weihnachten", sagte Baumann. Andreas Sander belegte Rang 16. "Da wäre mehr drin gewesen", sagte er.