Alphabet ist der Social-Media Gigant! Klingt komisch, ist aber so

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Dividenden

Wenn man an soziale Netzwerke und Alphabet (WKN: A14Y6F) denkt, erscheint bei vielen Lesern bestimmt als erste Assoziation Google+ vor dem geistigen Auge. Der Dienst war ein ziemlich kräftiger Griff ins Klo und wurde im April 2019 für private Nutzer eingestellt. Trotzdem ist man in dem Markt heute einer der führenden Spieler. Der Grund hierfür hört auf den Namen YouTube.

Die Videoplattform ist laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center die am häufigsten genutzte soziale Plattform in den USA. Sie erreicht mittlerweile laut Hochrechnungen der Meinungsforscher 81 % der Amerikaner. Im Gegensatz zu den anderen großen Plattformen von Pinterest (WKN: A2PGMG) und Facebook (WKN: A1JWVX) konnte YouTube seit 2019 ein deutlich größeres Wachstum der Reichweite verzeichnen.

Die große Stärke von YouTube

Der große Vorteil gegenüber den anderen sozialen Netzwerken ist die Stärke über alle Geschlechter, Ethnien, Altersgruppen, Einkommensstufen, Bildungsniveaus und Wohnsituationen hinweg. Im Gegensatz zu den Plattformen von Facebook und Snap (WKN: A2DLMS) wird YouTube allerdings gerade von jüngeren Menschen nicht so oft auf täglicher Basis genutzt.

Um diese relative Schwäche anzugehen, ist Ende März die Beta-Version von YouTube Shorts in den USA online gegangen. Dabei kopiert YouTube Shorts das Prinzip von TikTok recht ungeniert. Die User können Videos mit einer Länge bis zu 60 Sekunden erstellen und mit Musik hinterlegen. Seit September 2020 wird die Funktion bereits in Indien getestet. Die App verzeichnet dort laut Angaben des Unternehmens 6,5 Milliarden Aufrufe pro Tag. Dabei profitiert man allerdings von einem Verbot von TikTok durch die indische Regierung.

Die Aktie bleibt ein Must-have

YouTube spielt für mich weiterhin in einer eigenen Liga. Für mich ist es nicht vorstellbar, dass irgendeine andere Plattform die Marktposition des Google-Segments angreifen könnte. Die Studie bestätigt mich eher noch in der Wahrnehmung, dass YouTube die Bedeutung der Plattform sogar noch ausbauen kann.

Jetzt könnte es noch gelingen, mit YouTube Shorts Marktanteile bei den jungen Usern mit hoher Aktivität zu gewinnen. Dadurch würde neben der Google-Websuche ein zweites starkes Standbein für Alphabet entstehen. Hier ist man auch von den Marketingbudgets der Unternehmen abhängig. Allerdings hat die Corona-Pandemie bewiesen, dass kein Weg an Online- und Social-Media-Werbung vorbeiführt. Gerade in den schwierigen Zeiten ist man darauf angewiesen, um überhaupt noch etwas zu verkaufen.

Natürlich wäre es schön, wenn die Cloud-Dienste des Unternehmens und die anderen Wetten wie Waymo, DeepMind oder Calico eher früher als später nennenswerte Umsätze und Gewinnbeiträge erzielen würden. Damit wäre das Unternehmen wahrscheinlich endgültig in einer eigenen Liga. Der Glaube an die Zukunft des Unternehmens macht Alphabet zu der Aktie in meinem Portfolio, die ich selbst bei dem Eindruck einer leichten Überbewertung nicht verkaufen würde.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Alibaba. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien), Facebook und Pinterest.

Motley Fool Deutschland 2021