Warum Alphabet die Fahrer aus ihren fahrerlosen Autos herauslässt

Motley Fool Investmentanalyst

Die Tochtergesellschaft Waymo von Alphabet (WKN:A14YH) bringt erstmals fahrerlose Autos auf die öffentlichen Straßen, indem sie den Fahrer aus einigen ihrer selbstfahrenden Testfahrzeuge holt.

Bisher hatten alle “selbstfahrenden” Testfahrzeuge auf öffentlichen Straßen in den USA (von allen Firmen) menschliche Fahrer am Steuer. Die Erprobung auf öffentlichen Straßen ohne menschlichen Fahrer ist ein wichtiger Schritt, um die Akzeptanz der autonomen Fahrzeugtechnik in der Bevölkerung zu erhöhen.

Aber was bedeutet das für Waymo und seine Konkurrenten?

100 % fahrerlose Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen.

Auf einer Technologiekonferenz am 7. November kündigte Waymos CEO John Krafcik an, dass Waymo nun Testfahrzeuge ohne menschlichen Fahrer in einem ausgewiesenen Gebiet in der Nähe von Phoenix, Arizona, betreibt.

Das sind bahnbrechende Neuigkeiten. Krafcik sagte, dass Waymo bald neue Wege gehen werde: In den nächsten Wochen werde er die Öffentlichkeit einladen, in seinen voll selbstfahrenden Fahrzeugen Ausflüge zu unternehmen.

Das Unternehmen hat Krafciks Ankündigung in einem Beitrag auf seinem Corporate Blog veröffentlicht:

Nach mehr als acht Jahren Entwicklungszeit gehen wir den nächsten Schritt, um das Potenzial der selbstfahrenden Technologie voll auszuschöpfen. Ab sofort sind Testfahrten auf öffentlichen Straßen möglich, ohne dass jemand auf dem Fahrersitz sitzt. Waymo-Fahrzeuge sind bisher auf öffentlichen Straßen mit einem Testfahrer am Steuer unterwegs. In Phoenix wird nun ein Teil unserer Flotte völlig autonom operieren.

Waymo sagte, dass sein autonomes System seit 2009 mehr als 3.5 Million Meilen auf öffentlichen Straßen gefahren ist. Dazu kommt noch die Testsoftware, die jeden Tag 10 Millionen Meilen simulierte Tests zurücklegt.

Waymo hat auch darauf hingewiesen, dass alle aktuellen Testfahrzeuge die Backup-Sicherheitssysteme haben, von denen die meisten Experten denken, dass sie die das Fahrzeug zu einem sicheren Halt bringen können, wenn nötig.

Einfach ausgedrückt, das ist eine große Sache.

Was Waymo davon hat

Waymo hat hier wahrscheinlich mehrere Ziele:

  • Erfahrungen mit fahrerlosen Autos aus erster Hand an die Öffentlichkeit weitergeben, um Begeisterung zu wecken und Bedenken auszuräumen.
  • Kennenlernen, wie die Verbraucher mit fahrerlosen Autos interagieren, wie sie sich verhalten sollen und wie sie genutzt werden.
  • Signalisieren – an Wettbewerber, potentielle Partner und potenzielle Waymo-Mitarbeiter -, dass die Technologie den Punkt erreicht hat, an dem sie für diesen Schritt bereit ist.
  • Nachweis gegenüber Regulierungsbehörden, dass es sicher ist

Alle diese Punkte sind wichtig – nicht nur für Waymo, sondern auch für die Weiterentwicklung der selbstfahrenden Technologie im Allgemeinen.

Heißt das, Waymo ist jetzt der unangefochtene Marktführer?

Ja und nein. Wir wussten, dass Waymos Technologie zumindest ganz weit vorne war. Aber andere sind wahrscheinlich dicht dahinter, einschließlich General Motors, Delphi Automotive, möglicherweise Ford Motor Company und ein paar andere.

Die Tatsache, dass Waymo mit diesem Test begonnen hat, sagt uns zwei Dinge: Erstens spürt Waymo, dass seine Technologie für einen solchen Test bereit ist. Da Waymo bei seinen bisherigen Tests sehr vorsichtig war, genießt die Entscheidung, hier weiterzumachen, großes Vertrauen. Zweitens sagt es uns, dass Waymo die Erlaubnis erhalten hat, seine Fahrzeuge ohne menschliche Fahrer in einem bestimmten, definierten Gebiet von Arizona zu betreiben.

Wenn Waymos Test ohne Probleme über die Bühne geht, sind Gesetzgeber in anderen Bereichen zweifellos eher bereit, ähnliche Tests durch ähnlich vorbereitete Rivalen zuzulassen.

Es kann sich herausstellen, dass Unternehmen wie GM über eine Technologie verfügen, die mit der von Waymo vergleichbar ist. Aber Waymo war der erste, der die Erlaubnis erhielt, und wenn es ohne Zwischenfall vonstatten geht, kann Waymos Test die Tür für Tests in anderen Bereichen öffnen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool hält und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Ford.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und am 07.011.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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