Alphabet eröffnet eine weitere Front gegen Amazon

Motley Fool Investmentanalyst

Wer ist der größte Konkurrent von Alphabet (WKN:A14Y6H)?

Man könnte denken, es wäre Facebook, der andere werbefinanzierte Tech-Riese, oder Apple, der Rivale in Sachen Smartphone-Software. Doch bei der Suche, Alphabets größtem Markt, ist laut dem Unternehmen Amazon (WKN:906866) der größte Konkurrent. Eric Schmidt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Alphabet, sagte dies im Jahr 2014 und bemerkte, dass die wertvollsten Suchanfragen die nach Dingen seien, die man kaufen könne. Vier Jahre nach dieser Bemerkung ist Amazons Stärke im Bereich Suche gewachsen und damit auch die Bedrohung für Alphabets größte Cashcow.

Amazon hat es sogar geschafft, diesen Traffic in sein eigenes Multimilliarden-Dollar-Werbegeschäft einzubringen, ein weiteres Zeichen dafür, dass die beiden Technologie-Titanen auf Kollisionskurs bleiben. Doch Alphabet hat einen neuen Weg gefunden, um sich gegen den E-Commerce-Riesen zu wehren.

Starke Zahlen

Google bietet seit langem eine eigene Kategorie für die Produktsuche unter „Shopping“ an, die oft als Box in der allgemeinen Suche erscheint, aber jetzt geht das Unternehmen mit dieser Strategie auf die nächste Stufe. Laut Reuters arbeitet Google mit Einzelhändlern wie Target, Costco, Wal-Mart, Home Depot und Ulta Beauty zusammen, um einen Teil der Einkünfte von solchen Einzelhändlern im Austausch für Listungen und Verlinkungen mit den Treueprogrammen der Einzelhändler vorzunehmen.

Google startete die Initiative, nachdem das Unternehmen festgestellt hatte, dass die Käufer Millionen von Bildersuchen mit Phrasen wie „Wo kann ich das kaufen?“, „Wie kann ich es kaufen?““, oder „Wo finde ich es?“ tätigten. In den letzten zwei Jahren hat die mobile Suche nach Produkten um 85 % zugenommen. Häufig geht nach einer solchen Suche der Verbraucher dann zu Amazon, um das Produkt zu kaufen. Google witterte hier eine Chance.

Daniel Alegre, President of Retail and Shopping bei Google, sagte zu Reuters: „Wir haben einen grundlegend anderen Ansatz gewählt als Amazon, weil wir uns als Helfer des Einzelhandels verstehen. Wir sehen uns als Teil einer Lösung für den Handel, um bessere Transaktionen voranzutreiben … und dem Verbraucher näher zu kommen.“.

Bis jetzt scheint das Programm, genannt Shopping Actions, ein Erfolg zu sein — zumindest für Googles Handelspartner, da sich die durchschnittliche Größe der Warenkörbe ihrer Kunden um 30 % erhöht hat.

Eine natürliche Verbindung

Die größte Schwachstelle von Amazon kann die Vielfalt der Unternehmen sein, mit denen es direkt im Wettbewerb steht. Indem sich das Unternehmen kopfüber in so unterschiedliche Branchen wie Einzelhandel, Videostreaming, Cloud Computing und andere stürzt, hat sich Amazon die meisten großen Einzelhandels- und Technologieunternehmen zum Feind gemacht. So ist es nur natürlich, dass sich diese bedrohten Unternehmen zusammenschließen — und es ist nicht das erste Mal, dass sich solche Einzelhändler mit Google zusammenschließen.

Google startete im Jahr 2013 Google Express — einen Zustelldienst, der noch am selben Tag liefert — der so konzipiert schien, dass er mit Amazon Prime konkurrieren könnte. Obwohl der Service prominente Handelspartner wie Costco, Target und Wal-Mart für sich gewinnen konnte, kämpfte er darum, signifikante Marktanteile im Bereich Lieferung zu gewinnen und hat das Wachstum von Prime kaum gebremst.

Die größten Partner von Google scheinen sich auch zunehmend auf ihre eigenen Liefer-Infrastrukturen zu verlassen: Wal-Mart startete seinen eigenen kostenlosen Versand innerhalb von zwei Tagen bei Bestellungen über 35 US-Dollar; Target übernahm Shipt, um die Lieferung am selben Tag zu ermöglichen; Costco schloss sich mit Instacart zusammen, um am selben Tag zu liefern und rief sein eigenes Programm für die kostenlose Lieferung innerhalb von zwei Tagen von nicht verderblichen Waren ins Leben.

Zunehmend scheinen sich die Lieferkriege auf frische Lebensmittel zu verlagern, da Amazon Whole Foods gekauft hat und plant, Lieferung innerhalb von zwei Stunden ab einem Mindestbestellwert von 35 US-Dollar anzubieten.

Google setzt mit Shopping Actions den richtigen Impuls, denn das Unternehmen muss seine Suche so gut wie möglich monetarisieren. Aber wie die Erfahrung von Google Express zeigt, ist es unwahrscheinlich, dass die Markteinführung Amazon verlangsamt, vor allem, da der E-Commerce-Riese auf seine kassenlose Amazon-Go-Technologie umsteigt, indem er Whole Foods und Drohnenlieferungen nutzt.

Die zunehmenden Verkäufe sind sicherlich hilfreich für die Einzelhändler, aber wenn sie Amazon ausbremsen wollen, müssen sie größer denken.

Mehr Lesen

John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Apple und Facebook. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple, Short Mai 2018 $ 175 Calls auf Home Depot und Long Januar 2020 $ 110 Calls auf Home Depot.

The Motley Fool empfiehlt Costco Wholesale, Home Depot und Ulta Beauty. 

Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 24.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2018