Alltag in der Coronakrise: Ist der Kontakt mit Bargeld, Smartphones und Klinken ansteckend?

Moritz Piehler
Freier Autor

In der Coronakrise wächst mit der steigenden Zahl der Infizierten auch die Unsicherheit im Umgang mit Alltagsgegenständen. Wie gefährlich ist es, Bargeld auszutauschen? Oder Türklinken anzufassen? Muss ich mein Smartphone ständig desinfizieren? Eine Übersicht.

Obwohl nicht nachgewiesen ist, dass sich Menschen tatsächlich an Oberflächen angesteckt haben, ist es sinnvoll, gemeinsam genutzte Gegenstände wie Türklinken regelmäßig gründlich zu säubern. (Symbolbild: Getty)

Manche Verhaltensregeln in Corona-Zeiten sind mittlerweile bei den meisten Menschen angekommen. Gründliches regelmäßiges Händewaschen zum Beispiel. Der Verzicht auf Umarmungen und Händeschütteln zur Begrüßung und das Einhalten von einem Mindestabstand von anderthalb Metern fällt vielen schon schwerer. Doch es gibt auch noch zahlreiche Interaktionen, bei denen die Menschen verunsichert sind.

Viele versuchen schon jetzt, Dinge wie Türklinken oder Haltestangen in Bussen und U-Bahnen gar nicht mehr oder nur noch mit dem Ellbogen zu berühren. Manche greifen auch bereits auf das Tragen von Latexhandschuhen in der Öffentlichkeit zurück. Auch Wissenschaftler sind sich häufig beim aktuellen Stand der noch sehr jungen Forschung zum Covid-19-Virus nicht hundertprozentig sicher, auf welchen Oberflächen sich die Erreger wie lange halten.

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Gegenüber der News-Website Watson sagte der Lübecker Virologe Norbert Tautz, er gehe davon aus, dass die Hauptgefahr eindeutig in der Übertragung von Mensch zu Mensch besteht. “Auf Oberflächen ist der Virus eher instabil”, sagte er in dem Interview. Der inzwischen als erster Corona-Experte anerkannte Virologe Christian Drosten erklärt in seinem NDR-Podcast den Deutschen täglich den neuesten Stand der Wissenschaft. Er zitierte eine US-Studie, laut der das Virus bis zu drei Tagen auf glatten Oberflächen überleben kann. Allerdings sei das schwierig auf Alltagsgegenstände zu übertragen, bisher seien jedenfalls noch keine Ansteckungen über den Kontakt mit Oberflächen nachgewiesen worden, sagte Drosten in seinem Podcast am Montag.

Smartphones, Klinken und Co.: Wie verhalte ich mich richtig?

Das mag aber auch daran liegen, dass es bisher kaum aussagekräftige wissenschaftliche Studien gibt, weil sich das Virus so schnell und umfassend über die Welt verbreitet hat. Die US-Studie jedenfalls stellte fest, dass die Infektiosität auf Kunststoffoberflächen innerhalb weniger Stunden deutlich sinkt.

Das Smartphone benutzt man in der Regel alleine, trotzdem gilt auch hier: Regelmäßiges Händewaschen und Säubern des Displays verringert die Übertragungsgefahr. (Symbolbild: Getty)

Mediziner raten dennoch dazu, den Kontakt mit vielfach benutzten Gegenständen wie Türklinken zu minimieren. Und wenn es nicht vermeidbar ist, beispielsweise eine Toilettentür zu öffnen, die Klinke dann mit Ellbogen oder mit Handschuhen zu berühren. Nach wie vor gilt aber bei allen Interaktionen im öffentlichen Raum: Anschließendes 20-sekündiges Händewaschen ist der beste Schutz vor den Viren. Sollte man auf die Nutzung von Handschuhen zurück greifen, muss man natürlich auch dabei darauf achten, diese regelmäßig zu waschen.

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Bei Smartphones sieht es etwas besser aus, als befürchtet. Da man sie meistens nicht mit anderen Menschen teilt, sondern alleine benutzt und anfasst, ist auch hier durch eigene Hygiene die Ansteckungsgefahr recht niedrig zu halten. Dennoch sollte man das Display gelegentlich mit Desinfektionsmittel reinigen.

Der Kontakt mit Bargeld lässt sich in Deutschland nach wie vor kaum vermeiden. Auch hier ist allerdings umstritten, ob sich die Viren lange genug auf der Oberfläche halten, um für eine Infektion zu sorgen. Auch bei der Nutzung der EC-Karte kommt es häufig mindestens bei der PIN-Eingabe zum Kontakt mit dem Kartengerät. Insofern gilt das alte Mantra: Nach dem Einkauf und dem Bezahlen unbedingt schnell und gründlich die Hände mit Seife waschen.

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