Allianz will Versicherungen von Geschäften mit Kohle massiv einschränken

Umweltschützer fordern den weltweit führenden Rückversicherer Munich Re auf, sich aus dem Geschäft mit der Versicherung von Kohleunternehmen zurückzuziehen

Aus Klimaschutzgründen hat die Allianz hat massive Einschnitte im Geschäft mit Kohle angekündigt. Der Versicherungskonzern bekenne sich dazu, den "globalen Wandel zur kohlenstoffarmen Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten aktiv mitzugestalten", erklärte die Allianz am Freitag. Dafür will das Unternehmen ab sofort keine Versicherungen mehr für die Errichtung oder den Betrieb von Kohlekraftwerken und -minen anbieten.

Außerdem will die Allianz bis 2040 komplett aus dem Geschäft mit Kohle aussteigen. Bis dahin sollen "kohlebasierte Geschäftsmodelle im Kundenportfolio in der Versicherung und in der Anlage der Versichertengelder schrittweise auslaufen".

"Der Klimawandel birgt enorme ökonomische und soziale Risiken", erklärte Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte. "Er beeinträchtigt schon heute Millionen Menschen." Als führender Versicherer und Investor wolle die Allianz deshalb "den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft vorantreiben".

Umweltschützer gegrüßten den Vorstoß. Der Schritt sei eine "überfällige, aber wirksame Maßnahme für Klimaschutz im Versicherungsgeschäft", erklärte Regine Richter von der Umweltschutzorganisation Urgewald. Mit ihrer neuen Kohle-Richtlinie werfe die Allianz beim Klimaschutz ihr Gewicht in die Waagschale.