Allianz sieht Risiken beim Hochfahren der Fluggesellschaften

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(Bloomberg) -- Allianz SE, Europas größer Versicherer, rechnet angesichts der Wiederbelebung der Luftfahrtbranche nach der Coronakrise mit neuen Risiken. Während der Pandemie selbst waren die Schadensfälle auf Grund der Streichung vieler Flüge deutlich zurückgegangen.

Die lange Unterbrechung habe bei Piloten zu einem Verlust von Flugroutine geführt, bei den Maschinen zu sonst eher seltenen Lagerproblemen wie etwa Insektenbefall, erklärte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) am Dienstag anlässlich der Vorstellung einer Studie zum Thema. “Zweifelsohne werden Herausforderungen auftauchen, wenn die Branche wieder voll durchstartet”, sagte Axel von Frowein, Regional Head of Aviation in Zentral- und Osteuropa.

Anfang des Jahres hätten beispielsweise Dutzende von Piloten Fehler beim Landeanflug gemeldet. Als Grund nannten sie fehlende Flugpraxis. Auch gab es laut AGCS eine Reihe von Berichten über unzuverlässige Fluggeschwindigkeits- und Höhenmessungen während der ersten Flüge nach der zeitweisen Stilllegung von Maschinen. “In vielen Fällen wurde das Problem auf unentdeckte Insektennester in den Pitotrohren des Flugzeugs zurückgeführt - dabei handelt es sich um druckempfindliche Sensoren”, erklärte die AGCS.

Ebenfalls Anlass zur Sorge würden Wutausbrüche von Flugzeugpassagieren geben, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Bis Juni 2021 waren es der Studie zufolge 3.000 – die meisten davon betrafen Passagiere, die sich weigerten, eine Maske zu tragen. Passagiere könnten in diesen Fällen später behaupten, sie seien von der Fluggesellschaft diskriminiert worden, selbst wenn sie im Unrecht waren – ein Trend, den Versicherer im Auge behalten müssen, so die AGCS.

Die Studie stellt auch fest, dass es in der Luftfahrtindustrie bisher relativ wenige Schadensfälle gab, die direkt mit der Pandemie zusammenhängen. In einer kleinen Anzahl von Haftpflichtmeldungen hätten Passagiere Airlines wegen Flugstreichungen verklagt. Eine Rückkehr der Schäden auf ein normales Niveau werde nun aber mit der Rückkehr der Passagiere erwartet.

Eine AGCS-Analyse von mehr als 46.000 Luftfahrtversicherungsansprüchen von 2016 bis Ende 2020 von mehr als 14,5 Milliarden Euro zeigt, dass Kollisions- und Absturzereignisse mehr als die Hälfte des Wertes aller Schäden ausmachen.

(Neu: Wutausbrüche im 4. Absatz)

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©2021 Bloomberg L.P.

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