Allianz: Das war‘s

Fabian Strebin
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Allianz: Keine Übernahmen, dafür selbst im Visier

Die Allianz hatte im Jahr 2001 viel vor: Mit dem Kauf der Dresdner Bank wollte der Versicherungskonzern ins Bankengeschäft einsteigen. Was daraus wurde, ist bekannt. Jetzt wurde mit dem Verkauf der Oldenburgischen Landesbank (OLB) das letzte Kapital geschlossen.

Die Münchener haben den knapp 90-prozentigen Anteil an der Regionalbank, die sie 2001 quasi als Mitgift bei der Übernahme der Dresdener Bank bekamen, verkauft. Der Finanzinvestor Apollo griff für 300 Millionen Euro zu und gliedert das Finanzinstitut an die Bremer Kreditbank an, die seit dem Jahr 2014 zum Unternehmen gehört.

Allfinanz-Strategie gescheitert

Die Allianz wollte über die OLB Bank-und Fondsprodukte über eigene Vertreter verkaufen. Allerdings ging der Plan nicht auf, weshalb das Konzept im Jahr 2013 eingestellt wurde. Seitdem agierte die OLB wieder eigenständig als Regionalbank. Von der Allianz heißt es, dass man sich stärker auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren wolle.

Attraktiv bewertet

Für die Allianz ist es kein Beinbruch, dass die Strategie eines Allfinanz-Konzerns am Ende nicht aufging. Denn der Versicherer ist in seinem Kerngeschäft hochprofitabel.

Auch die Aktie der Allianz ist einen Blick wert: Das Wertpapier ist mit einem KGV von 11 klar unterbewertet. Denn die Peergroup wird im Schnitt mit 15 bewertet. Im kommenden Jahr wird bei den Papieren sogar ein KGV von 10 erwartet. Ebenfalls günstiger als die Konkurrenz ist man beim Kurs-Buchwert-Verhältnis: Hier stehen 1,1 einem Wert von 1,8 gegenüber. Aktionäre erhalten zusätzlich noch eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent. DER AKTIONÄR rät zum Kauf und sieht noch Kurspotenzial bis 200 Euro. Ein Stoppkurs empfiehlt sich bei 150 Euro.