Allianz sieht Pleiten wegen ‘schwarzem Schwan wie aus Lehrbuch’

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Angesichts der Coronakrise warnt die Allianz-Tochter Euler Hermes vor einer riesigen Pleitewelle. Weltweit dürften die Insolvenzen 2020 um 20% steigen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im vergangenen Jahr lag der Zuwachs noch bei 8%.

“2020 versprach ursprünglich eigentlich ein eher ruhiges Jahr zu werden”, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Allianz und Euler Hermes. “Doch dann kam Corona. Ein schwarzer Schwan wie aus dem Lehrbuch – und plötzlich war alles anders”.

Für Europa prognostiziert Euler Hermes eine Zunahme der Pleiten von 19% und in den USA von 25%. Für Deutschland sieht der Kreditversicherer mindestens 10% mehr Insolvenzen als im Vorjahr.

Besonders für Unternehmen, die schon vor Corona in finanziellen Schwierigkeiten waren, werde es immer schwieriger, sich aus dem Abwärtsstrudel zu befreien. Allein in der Eurozone gebe es schätzungsweise 13.000 sogenannte “Zombie-Unternehmen” mit Gesamtumsätzen von rund 500 Milliarden Euro.

“Sie haben sich durch die andauernde Niedrigzinsphase noch über Wasser halten können. Doch durch Corona könnte es für viele eng werden”, schrieb Euler Hermes.

Die Allianz-Tochter ist einer der größten Anbieter von Warenkreditversicherungen, mit denen sich Firmen gegen Zahlungsausfälle absichern können. In Deutschland übernimmt der Bund 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von 30 Milliarden Euro. Der Schutzschirm soll helfen, das Angebot solcher Versicherung in der Krise aufrechtzuerhalten.

(Ergänzt um Schutzschirm im letzten Absatz)

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