Allianz prüft Einstieg bei britischem Versicherer LV

dpa-AFX

LIVERPOOL/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Europas größter Versicherer Allianz will bei dem britischen Versicherer LV einsteigen. Beide Unternehmen befinden sich in Gesprächen darüber, wie die Deutschen eine nennenswerte Beteiligung am Schaden- und Unfallgeschäft der Briten erwerben könnten, wie die Liverpool Victoria Friendly Society (LV) am Donnerstag bestätigte. Einem Bericht des britischen Fernsehsenders Sky zufolge würde die Sparte dabei mit insgesamt einer Milliarde britischen Pfund (1,1 Mrd Euro) bewertet.

Allianz-Chef Oliver Bäte hat sich offen für Zukäufe gezeigt. Insidern zufolge soll das Unternehmen mit dem italienischen Versicherer Generali über die Übernahme von dessen Frankreich-Geschäft gesprochen haben. Zudem hatte die Allianz angeblich beim australischen Versicherer QBE vorgefühlt, sich aber einen Korb geholt.

Die Schaden- und Unfallsparte von LV erzielte im vergangenen Jahr Prämieneinnahmen von 1,58 Milliarden Pfund, davon entfielen rund 70 Prozent auf die Kfz-Versicherung. Dabei verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust von 26 Millionen Pfund, weil die britische Regierung die Grundlagen für die Berechnung der Entschädigungsansprüche von Unfallopfern geändert hatte.

LV gehört ihren Versicherungsnehmern, ähnlich dem deutschen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Dem jüngsten Jahresbericht zufolge hatte die Versicherung zuletzt rund 5,8 Millionen Kunden/stw/das/stb